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Full text : Jahresbericht 2016-2017 - Über Wasser - Unter Wasser : Offshore-Windenergie und Wracksuche in Nord- und Ostsee

Monika  Breuch-Moritz  im  Gespräch  11

digitalen  Welt  in  Anwendungen  und  Prozessen:  Unzählige  Sensoren,  die  sich  auf  der
Brücke,  im  Motor,  Getriebe,  Pumpen  und  weiteren  Ausrüstungen  von  Schiffen  befinden,
produzieren  riesige  Datenmengen.  Das  Potential  dieser  Daten  liegt  in  ihrer  lückenlosen
Auswertung  unter  Einbeziehung  von  externen  Daten  wie  beispielsweise  Wetter,  Strömungen, ­
  Eisbildung  und  Treibstoffqualität.  Fortschritte  im  Bereich  der  Automation  bis  hin  zum
autonomen  Schiff  sind  die  Themen  der  Zukunft,  verbunden  unter  anderem  mit  Schlagworten ­
  wie  e-Navigation  und  Smart  Shipping.  Und  wir  sehen  eine  unserer  Aufgaben  darin, ­
  die  sogenannte  Mensch-Maschinen-Schnittstelle  kontinuierlich  so  zu  verbessern,
dass  die  Nutzung  für  den  Menschen  immer  leichter  wird.  Übrigens  beschäftigt  sich  auch
die  IMO  sehr  intensiv  mit  diesem  Thema.
Für  das  BSH  bedeutet  dies  auch,  weitere  digitale  Produkte  bereitzustellen  -  wie  zum
Beispiel  spezielle  digitale  Karten  für  die  deutschen  Lotsreviere,  um  den  Bordeinsatz  der
Lotsen  mit  ihren  mobilen  Assistenzsystemen  noch  besser  zu  unterstützen.

Sie  leiten  eine  Behörde  mit  fast  900  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeitern  aus  mehr  als  100  unterschiedlichen  Berufen.
Thema  Führung  -  war  früher  alles  besser?
Sicher  war  vieles  anders.  Heute  sind  Führungskräfte  mit  ganz  neuen  Herausforderungen
konfrontiert.  Eine  Führungskraft  kann  nicht  der  beste  Fachmensch  in  seinem  Bereich
sein.
In  den  letzten  Jahrzehnten  gab  es  eine  ungeheure  Wissensexplosion.  Die  Folge  ist,  dass
oftmals  die  jungen  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  mehr  aktuelles  Fachwissen  und  vor
allem  einen  viel  besseren  Zugang  zur  digitalen  Welt  haben  als  Ältere,  aber  bei  weniger
Lebenserfahrung.  Auch  haben  junge  Leute  oft  andere  Vorstellungen  über  die  Vereinbarkeit ­
  von  Privatleben  und  Beruf,  die  nicht  immer  kompatibel  sind  mit  Gewohnheiten  der
älteren  Generation.  Vorrangige  Aufgabe  der  Führungskraft  ist  es  heute,  die  unterschiedlichen ­
  Bedürfnisse  und  Befähigungen  zu  erkennen,  die  Beschäftigten  zum  eigenständigen ­
  und  erfolgreichen  Arbeiten  zu  motivieren,  systematisch  Kompetenzen  der  Einzelnen
aufzubauen  und  ein  heterogenes  Team  ergebnisorientiert  zu  moderieren.
Im  Bereich  der  Führung  einer  Organisation  ist  die  Gestaltung  dieser  Veränderungen  sicherlich ­
  die  größte  Herausforderung  -  und  für  mich  eine  der  spannendsten  Aufgaben.
Das  BSH  ist  in  seinem  Charakter  sehr  heterogen.  Sie  haben  auf  der  einen  Seite  eine  nach
wie  vor  hierarchisch  strukturierte  Aufbauorganisation  nach  den  Rahmenbedingungen
des  öffentlichen  Dienstes.  Auf  der  anderen  Seite  sind  wir  eine  Ressortforschungseinrichtung ­
  und  damit  eine  wissensbasierte  Institution,  die  auch  Querdenkerinnen  und  Querdenker ­
  braucht.  Neue  Ideen  und  Innovationen  entstehen  dann,  wenn  die  Beschäftigten
Freiräume  zum  Denken  nutzen  können,  und  da  kann  sich  das  BSH  wirklich  sehen  lassen.

Vielen  Dank  für  das  Gespräch!
            
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