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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

376 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912, 
schieben, die man mit einem sehr empfindlichen Aräometer erkennen kann. Bei 
nebligem Wetter können solche Beobachtungen nützlich sein, Zum Einlaufen 
in den Sund dienen dann als Landmarken die etwa 15 Sm weit sichtbare 
Axel-Insel und das hohe Land bei der Partition-Huk, Die Fox-Huk, die nord- 
westliche Einfahrtshuk zur Recherche-Bucht, ist niedrig und nicht sehr auffällig; 
unmittelbar südlich von ihr mündet ein kleiner Bach. Renntier (Reindeer)-Huk, 
die östliche Einfahrtshuk zur Recherche-Bucht, ist eine flache Landzunge von 
etwa 9m Höhe. Südöstlich von ihr steigt Pincher Peak zu 640 m Höhe an. 
Im südwestlichen, inneren Ende der Bucht liegt das etwa 38 m hohe Training 
Squadron-Inselchen, das einen runden Gipfel trägt. Es bildet eine gute Land- 
marke zum Aufsuchen des Ankerplatzes, da es schon leicht auszumachen ist, 
wenn man sich noch weit draußen in der Bucht befindet. Eine weitere gute 
Landmarke zum Ansegeln des Ankerplatzes bildet der südöstlich von dem Inselchen 
gelegene 579 m hohe Observatorium-Berg; er ist kegelförmig und läuft in zwei 
dicht beieinander liegende spitze Gipfel aus. 
An- und Einsteuerung. Kommt man von einem Hafen der nördlichen 
Küste Norwegens, so setze man den Kurs zunächst so, daß man in gutem 
Abstand von der Bären-Insel passiert, Nähert man sich dem Süd-Kap, so halte 
man guten Ausguck nach losem Treibeis, das von den schwimmenden Eisfeldern 
aus der Wybe Jans-See und von der Ostseite von Spitzbergen herstammt. Auch 
ist das Lot fleißig zu gebrauchen, da die Zugänge zur Küste mit vielen Bänken 
und Untiefen besetzt sind, deren Lage noch nicht genau bestimmt ist. Außerdem 
liegen über dem Land im allgemeinen schwere Wolken oder Nebel, und bis auf 
20 Sm von der Küste kommt noch zum großen Teil nebliges, mistiges Wetter vor. 
Läuft man dann längs der Westküste nordwärts, so halte man wenigstens 10 Sm 
Abstand von ihr, da sich zwischen dem Süd-Kap und dem Eis-Fjord blinde 
Klippen, deren Lage man nicht genau kennt, 5 bis 7 Sm weit von der Küste 
erstrecken. Das englische Schulgeschwader hielt sich sogar in etwa 25 Sm Ab- 
stand von der Westküste, da es das Süd-Kap Nebels halber nicht gesehen hatte, 
Beim Einlaufen in den Glocken-Sund halte man mehr die Küste an der Südseite 
des Sundes; etwa 2 Sm davon ist 110 bis 145 m Wassertiefe, Eine Annäherung 
an die nördliche Einfahrtshuk zum Sunde, Loweness, soll gefährlich sein. Den 
Ankerplatz in der Recherche-Bucht suche man mit Hilfe der bereits angegebenen 
Landmarken auf, achte jedoch darauf, daß man nicht zu dicht an die Renntier- 
Huk heranläuft, um die Untiefen und Klippen zu meiden, die sich etwa !/, Sm 
weit in nördlicher und westlicher Richtung davon erstrecken, 
Strom. Der aus der Wybe Jans-See etwa 1 bis 2 Sm breite, nach Süden 
fließende Strom ändert beim Süd-Kap seine Richtung und setzt nordwärts, 
Gezeiten. Die Hafenzeit für die Recherche-Bucht ist etwa 1b Gmin; die 
Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide 2.2 m. Die Gezeiten scheinen einen regel- 
mäßigen Verlauf zu nehmen. 
Wind, Wetter, Klima. Vom 29. Juli bis zum 4. August 1895 schwankte 
die Wassertemperatur zwischen 3.9° und 5.6° C, die Lufttemperatur zwischen 
2.2° und 8.3 C. Das Wetter war während dieses Zeitraumes gut mit Ausnahme 
eines Tages, an.dem es steif aus Süden wehte mit vielem Regen. Das Klima ist 
erfrischend und sehr angenehm, wenn es still ist; weht der Wind jedoch aus 
dem Lande, so ist es eisig kalt. Die in England im Winter gebräuchliche Be- 
kleidung genügt hier auch vollkommen im Sommer, 
Eis. Der Glocken-Sund liegt südlich von der warmen ozeanischen Strömung 
und ist deshalb gewöhnlich noch mit Eis besetzt, wenn der Eis-Fjord schon 
lange eisfrei ist. Die Recherche-Bucht wird gewöhnlich erst im Juni oder Juli 
eisfrei, da das alte Eis immer in der Bucht zurückbleibt. Sie friert gewöhnlich 
auch früh: zu, manchmal schon im September, ist jedoch auch noch im November 
und Dezember offen gewesen. Als das Schulgeschwader im Juli 1895 die Bucht 
aufsuchte, fand es noch große Massen Treibeis, Die Eisverhältnisse in der Bucht 
scheinen hauptsächlich von den herrschenden Winden abhängig zu sein. So 
lJange der Wind aus nördlicher Richtung weht, bleibt das Eis, das sich vom Ost- 
Gletscher loslöst in der Bucht, während südliche Winde dieses Eis aus der Bucht
	        
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