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Full text: Jahresbericht 1994

Scherhag, R.: Die Bedeutung der Divergenz für die Entstehung der Vb- Depressionen. 405 
Luftdruck dort in den nächsten 24 Stunden am stärksten fallen wird. Da die 
Divergenz innerhalb des Teilhochs liegt, wird dieses völlig zerstört werden. Daß 
die Isothermendivergenz in der Höhe eine entsprechende Isobarendivergenz zur 
Folge haben muß, ist in diesem Falle selbstverständlich, da das Druckfeld schon 
am Boden divergent ist! 
ec) Die Druckverteilung in der Höhe. Die Isopotentialen der 600 mb- 
Fläche (Abb. 9) zeigen die Divergenz im Gebiete von Ungarn bis Mitteldeutsch- 
Jand in aller Deutlichkeit, 
d) Nachweis der Divergenz aus den Höhen winden. Die Berechnung 
der zyklogenetischen Zahl aus den Höhenwinden im 4000 m-Niveau (Tabelle 5) 
führte auf den Wert —1.4. Auffallend ist der verhältnismäßig geringe Unter- 
schied in den Windgeschwindigkeiten, der aber zum größten Teil auf die 
geringe mittlere Entfernung der beiden zur Verfügung stehenden Stationsgebiete 
zurückzuführen ist. 
Der Nachweis der Divergenz kann aus den Isopotentialen nicht eindeutig 
erbracht werden, da innerhalb der Hauptdivergenzzone kein aerologisches 
Stationspaar zur Verfügung steht. 
e) Die Druckänderung vom 23. bis 24. Juli. Der Vergleich der Diver- 
genzzone (Abb. 9) mit der in den nächsten 24 Stunden erfolgten Druckänderung 
(Abb, 19) zeigt wieder die große Übereinstimmung zwischen beiden Gebieten. 
11, Die Wetterlage am 24. Juli, 
a) Die Bodenwetterkarte (Abb. 4). Am 24. Juli liegt dort ein neu ent- 
standenes Teiltief, wo am Vortage das ausgedehnte Hoch eine Zyklonenbildung 
am wenigsten hätte vermuten lassen. Das Mittelmeertief selbst ist bis zur Adria 
gezogen, Ist eine wesentliche Vertiefung des Sudetentiefs zu erwarten ? 
b) Die Isothermendivergenz. Der Verlauf der Isothermen vom 24. Juli 
läßt Sturmgefahr für die Ostsee vermuten. Der „zyklogenetische“ Punkt, das ist 
die Stelle stärksten Temperaturgegensatzes, liegt erst über dem Golf von Genua, 
von dort nach N ist die Isothermendivergenz genau so ausgeprägt wie die 
Temperaturkonvergenz über dem westlichen Mittelmeer. Die entsprechenden 
Druckänderungsgebiete auf der 3stündigen Tendenzkartel) erfüllen unsere 
theoretische Forderung. 
Daß die Isothermendivergenz nicht eine Erscheinung der bodennahen Luft- 
schichten ist, beweist Abb, 14, die die Höhe der 600 mb-Fläche über der 1000 mb- 
Fläche an jenem Morgen wiedergibt, der Wert für Budapest wurde mit Hilfe 
der Beobachtungen auf den ungarischen Bergstationen Galyatetö und Dobogokö 
abgeschätzt. Die Zone größter Divergenz liegt über SE-Deutschland. 
c) Die Druckverteilung in der Höhe. Im Niveau der 600 mb-Fläche 
(Abb. 10) hat sich das Nordseetief etwas aufgefüllt, während das Sudetentief erst 
als Ausläufer erscheint, Auf seiner Nordseite ist die Strömungsdivergenz 
zwischen Oder und Weichsel besonders groß. Von der nach dem Verlauf der 
Bodenisothermen über Italien zu vermutenden Höhendivergenz ist keine An- 
deutung zu erkennen, da Aufstiege aus diesem Raume nicht vorliegen. 
d) Die Isothermendivergenz am Mittag. Zu welch scharfer Aus- 
prägung die Divergenz dann im Laufe dieses Tages gelangt, zeigt Abb, 16, die 
den Isothermenverlauf am Mittag des 24. wiedergibt. Wieder erreicht der 
Temperaturgegensatz — wie am Abend des 18, (Abb. 15) — seinen größten 
Betrag am NE-Zipfel der Alpen, wo die westliche Kaltluft keilförmig am 
raschesten ostwärts vorstößt, während die Sonnenstrahlung die Temperaturen 
über Ungarn fast bis auf 35° hochtreibt. Die Sturmgefahr erscheint für die 
Ostsee noch verstärkt. 
e) Die Druckänderung vom 24. bis 25. Juli. Das Fallgebiet vollführt 
über Mähren (Abb. 20) wieder die charakteristische Schwenkung nach N und 
zieht von hier, auf —16 mb verstärkt, nach Pommern. Divergenzzone und 
Druckfall entsprechen wieder einander völlig, 
4) Vgl. Tägl. Wetterb. d, D. Seewarte v. 24, Juli. 
Ann, d. Hydr. usw. 10934, Heft X.
	        
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