Rohrleitungen
Erfahrungen
Die meisten Erfahrungen liegen für die Eko-
fisk-Emden-Gasrohrleitung vor, die 1975 verlegt
wurde. Sie ist über die gesamte Länge einge
spült, die Überdeckung ist bei ungünstigen Un
tergrundverhältnissen sehr gering, im Küsten
nahbereich schwankt sie wegen der Sand
umlagerungen von Jahr zu Jahr um mehrere Me
ter. Ein anfänglich über einige Jahre bestehender
Verlegegraben ist durch natürliche Materialverla
gerungsvorgänge längst verschwunden.
An einigen Stellen hatten sich unter der Lei
tung Kolke gebildet, die die Stabilität zu gefähr
den drohten. Der Betreiber hat die betroffenen
Abschnitte mit Sandsäcken unterstützt, was sich
bewährt hat. Weitere Maßnahmen zur Sicherung
der Leitung in kritischen Bereichen waren die
Überdekung mit Betonplatten und Steinschüttun
gen. Die naturgemäß am Rande dieser Sicherun
gen auftretenen Kolke werden zum Teil zweimal
im Jahr untersucht. Eine Behinderung der Schiff
fahrt wegen geringerer Wassertiefen besteht in
diesen Bereichen nicht.
Insgesamt bleibt festzuhalten, daß die Lei
tung stabil liegt und keine Probleme auftreten.
Wenig Erfahrungen liegen über die 1992 er
richtete ZEEPIPE im Entenschnabel vor. Die Lei
tung wurde wie auch die meisten Leitungen in
den Sektoren der anderen Nordseeanliegerstaa
ten nicht eingegraben - das wäre wegen des Vor
kommens von festem Klei und Gerollen am Mee
resboden auch nicht möglich gewesen. Die
Oberfläche der Kleilage ist natürlich nicht ganz
eben, so daß unter dem mit Beton ummantelten
dicken Rohr, das sich natürlich nicht jeder Boden
unebenheit anpassen kann, stellenweise Hohl
räume, die oben genannten „free spans“, geblie
ben sind. Zur Untersuchung einer hieraus entste
henden Gefährdung für die Fischerei wurde im
Herbst 1994 durch die Bundesforschungsanstalt
für Fischerei ein Trawl-Test vorgenommen, bei
dem die Leitung mit den gebräuchlichen Fang
geschirren 189mal unter verschiedenen Winkeln
überfahren wurde. Dabei haben sich keine Ge
fährdungspotentiale aus der jetzigen Situation
ergeben. Die Überwachungen der kommenden
Jahre werden zeigen, ob und ggf. welche Verän
derungen noch auftreten. Bei ungünstiger Ent
wicklung werden vielleicht Gegenmaßnahmen
erforderlich sein.
Die in den Jahren 1993 und 1994 gebaute
EUROPIPE wurde nur im südlichen Abschnitt
eingegraben. Nördlich des Tiefwasserweges liegt
sie auf dem Meeresboden, in den sie komplizier
ten Berechnungen zufolge im Laufe der Zeit ein
sinken soll. Den Inselbogen durchschneidet sie in
der Accumer Ee, das Watt wird in einem Tunnel
gequert.
In engem Abstand zur EUROPIPE I wurde
das südliche Teilstück der EUROPIPE II verlegt,
die in den nächsten Jahren weiterqebaut werden
soll.
Bei dem Genehmigungsverfahren für die
EUROPIPE I war die Festlegung der Eingrabtiefe
ein besonders kritischer Punkt. Die Wasser- und
Schiffahrtsdirektion Nordwest und die Fischerei
verbände hatten gefordert, daß die Leitung im
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