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Full text: Jahresbericht 1994

Meereskunde 
möglich ist. Zugleich erkennt der spätere Antrag 
steller, wo er welche Untersuchungen durch 
führen muß und welche Daten für die Bearbei 
tung eines Antrages vorgelegt werden müssen. 
Der Antrag selbst wird dann hinsichtlich der 
Ordnung der Nutzung der Gewässer vom BSH 
geprüft, ggf. werden zusätzliche Informationen 
angefordert, andere Dienststellen werden betei 
ligt und Auflagen festgesetzt. Der technische und 
der bergwirtschaftliche Teil des Antrages wird 
vom Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld und den 
zuständigen Bergämtern bearbeitet, die auch 
den Germanischen Lloyd beteiligen. 
Eine Betriebserlaubnis wird erst erteilt, 
wenn nachgewiesen ist, daß die Leitung ord 
nungsgemäß verlegt wurde. Zugleich werden In 
spektionspläne für die innere und äußere Über 
wachung der Leitung aufgestellt. 
Überwachung der äußeren Lage 
und der Einhaltung der Auflagen 
Die Rohrleitungen werden entsprechend 
den Inspektionsplänen regelmäßig überwacht. 
Für die Üntersuchung der äußeren Lage werden 
Vermessungslot, Slde-Scan-Sonar, Sub-Bottom- 
Profiler sowie ein mit magnetischen Sensoren 
und Fernseh- und Unterwasserkamera ausge 
rüstetes ROV (ferngelenktes Unterwasserfahr 
zeug) eingesetzt. Kritische Stellen werden außer 
dem durch Taucher untersucht. Für das Leitungs 
innere wird ein Molch eingesetzt, der mit ver 
schiedenen Sensoren zur Bestimmung von 
Wanddicke, Korosionserscheinungen, Zustand 
der Anoden u.a. ausgerüstet ist. Darüber hinaus 
finden regelmäßig Kontrollen des Gases und des 
Gasdruckes an den Verdichterplattformen und an 
der Annahmestation in Emden statt. 
Die dem BSH übergebenen Überwachungs 
berichte enthalten Angaben über 
- Lage und Überdeckungsmächtigkeit, 
- „Free spans”, das sind Stellen, an denen eine 
Leitung nicht voll auf dem Meeresboden auf 
liegt, und deren Länge und Höhe, 
- Status des Betonmantels, insbesondere Risse 
und Abplatzungen. Der Betonmantel soll durch 
sein Gewicht verhindern, daß die Leitung auf 
treibt (was vor einigen Jahren im niederländi 
schen Sektor bei einer anderen Leitung zum 
Schrecken von Betreiber und Schiffahrts 
behörden geschehen ist), 
- Vorkommen von Gegenständen auf und neben 
der Leitung (z.B. Ladungsteile oder Contai 
ner). 
Alljährlich finden im zeitigen Frühjahr soge 
nannte Technical Meetings statt, auf denen Be 
treiber und Behörden die Überwachungsergeb 
nisse diskutieren und den Überwachungsplan für 
den kommenden Sommer festlegen. Wenn sich 
herausgestellt hat, daß die Leitung nicht mehr 
sicher liegt oder wenn andere schwerwiegende 
Schäden auftreten, hat der Betreiber Abhilfe zu 
schaffen. Das BSH führt gelegentlich stichpro 
benweise Kontrolluntersuchungen mit den ver 
schiedenen hydroakustischen Geräten und Me 
thoden durch.
	        
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