Meereskunde
möglich ist. Zugleich erkennt der spätere Antrag
steller, wo er welche Untersuchungen durch
führen muß und welche Daten für die Bearbei
tung eines Antrages vorgelegt werden müssen.
Der Antrag selbst wird dann hinsichtlich der
Ordnung der Nutzung der Gewässer vom BSH
geprüft, ggf. werden zusätzliche Informationen
angefordert, andere Dienststellen werden betei
ligt und Auflagen festgesetzt. Der technische und
der bergwirtschaftliche Teil des Antrages wird
vom Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld und den
zuständigen Bergämtern bearbeitet, die auch
den Germanischen Lloyd beteiligen.
Eine Betriebserlaubnis wird erst erteilt,
wenn nachgewiesen ist, daß die Leitung ord
nungsgemäß verlegt wurde. Zugleich werden In
spektionspläne für die innere und äußere Über
wachung der Leitung aufgestellt.
Überwachung der äußeren Lage
und der Einhaltung der Auflagen
Die Rohrleitungen werden entsprechend
den Inspektionsplänen regelmäßig überwacht.
Für die Üntersuchung der äußeren Lage werden
Vermessungslot, Slde-Scan-Sonar, Sub-Bottom-
Profiler sowie ein mit magnetischen Sensoren
und Fernseh- und Unterwasserkamera ausge
rüstetes ROV (ferngelenktes Unterwasserfahr
zeug) eingesetzt. Kritische Stellen werden außer
dem durch Taucher untersucht. Für das Leitungs
innere wird ein Molch eingesetzt, der mit ver
schiedenen Sensoren zur Bestimmung von
Wanddicke, Korosionserscheinungen, Zustand
der Anoden u.a. ausgerüstet ist. Darüber hinaus
finden regelmäßig Kontrollen des Gases und des
Gasdruckes an den Verdichterplattformen und an
der Annahmestation in Emden statt.
Die dem BSH übergebenen Überwachungs
berichte enthalten Angaben über
- Lage und Überdeckungsmächtigkeit,
- „Free spans”, das sind Stellen, an denen eine
Leitung nicht voll auf dem Meeresboden auf
liegt, und deren Länge und Höhe,
- Status des Betonmantels, insbesondere Risse
und Abplatzungen. Der Betonmantel soll durch
sein Gewicht verhindern, daß die Leitung auf
treibt (was vor einigen Jahren im niederländi
schen Sektor bei einer anderen Leitung zum
Schrecken von Betreiber und Schiffahrts
behörden geschehen ist),
- Vorkommen von Gegenständen auf und neben
der Leitung (z.B. Ladungsteile oder Contai
ner).
Alljährlich finden im zeitigen Frühjahr soge
nannte Technical Meetings statt, auf denen Be
treiber und Behörden die Überwachungsergeb
nisse diskutieren und den Überwachungsplan für
den kommenden Sommer festlegen. Wenn sich
herausgestellt hat, daß die Leitung nicht mehr
sicher liegt oder wenn andere schwerwiegende
Schäden auftreten, hat der Betreiber Abhilfe zu
schaffen. Das BSH führt gelegentlich stichpro
benweise Kontrolluntersuchungen mit den ver
schiedenen hydroakustischen Geräten und Me
thoden durch.