weite Strecken bildet er eine nur 1 bis 2 m
dünne Decke, gelegentlich fehlt er ganz.
- Unter dem Sand trifft man verschiedene Abla
gerungen an, die in der letzten Eiszeit entstan
den sind: Neben einigen Sandvorkommen Mo
ränen mit Steinen und Findlingen, wie sie auf
dem Festland die Geestrücken bilden, Geröll
felder und stark verfestigte Tone und Kleie.
Ein solches Material läßt sich nicht spülen.
Stattdessen könnte man für das Eingraben an
Baggern denken. Wenn aber in dem Moränen
material große Findlinge liegen, die man nicht or
ten kann, sind auch hier bald Grenzen erreicht.
Ein besonderes Problem wäre die Unterbringung
des Aushubmaterials, das man nicht einfach ver-
klappen kann, zumal auch mit Torfvorkommen
gerechnet werden muß.
Schließlich muß noch auf das Phänomen
der Sandumlagerungen hingewiesen werden, die
im Küstenraum bis zu einer Wassertiefe von ca.
30 m besonders intensiv sind und sowohl lang
zeitige Tiefenänderungen des Meeresbodens als
auch kurzeitige Tiefenschwankungen von 2 m
und mehr nach oben und unten verursachen kön
nen. Wenn gefordert wird, daß eine Leitung über
50 Jahre, die im allgemeinen projektierte Le
bensdauer, ständig eine bestimmte Uberdeckung
haben muß, sind sowohl die Langzeittrends als
auch die Auswirkungen der Kurzzeitbewegungen
abzuschätzen.
Zusammenfassend bleibt also festzuhalten:
- In sandigen Gebieten kann man eine Rohrlei
tung von 1 m Durchmesser so tief einspülen,
Rohrleitungen
daß 2 m Überdeckung entstehen. Bei ausrei
chend dicker Sandschicht lassen sich durch
Kombination von Baggern und Spülen größere
Eingrabtiefen erreichen. Im Flachwasserbe
reich bis ca. SKN -30 m kann sowohl durch
Langzeitbewegungen großer Unterwasserdü
nen oder ähnlicher Sandkörper als auch durch
kurzzeitige Änderungen der Wassertiefen eine
eingegrabene Rohrleitung freigespült oder
auch wieder überdeckt werden.
- In Gebieten, in denen nicht spülfähiges Mate
rial an der Meeresbodenoberfläche oder unter
einer nur sehr dünnen Sanddecke ansteht, ist
ein Eingraben wegen technischer Schwierig
keiten und nachteiliger Auswirkungen für die
Meeresumwelt durch das Abraummaterial
nicht möglich.
Genehmigungsverfahren
Bevor ein Genehmigungsverfahren zur Ver
legung einer Rohrleitung eingeleitet wird, finden
zuerst Gespräche zwischen Antragsteller und
Behörden statt, in denen das Projekt vorgestellt
wird und die Dienststellen auf die zu erwartenden
Einwände und Auflagen hinweisen. Schon dabei
zeigt sich, daß einige Planungen für einen Tras-
senverlauf keine Aussicht auf Realisierung ha
ben, da die betroffenen Seegebiete keine weitere
Belastung mehr vertragen können, etwa weil die
Leitung durch ein Ankergebiet verlaufen soll oder
weil in dem vorgesehenen Seegebiet ein Eingra
ben gefordert werden muß, was aber wegen
ungünstiger Bodenverhältnisse technisch nicht