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Volltext : Jahresbericht 1994

weite  Strecken  bildet  er  eine  nur  1  bis  2  m
dünne  Decke,  gelegentlich  fehlt  er  ganz.
-  Unter  dem  Sand  trifft  man  verschiedene  Ablagerungen ­
  an,  die  in  der  letzten  Eiszeit  entstanden ­
  sind:  Neben  einigen  Sandvorkommen  Moränen ­
  mit  Steinen  und  Findlingen,  wie  sie  auf
dem  Festland  die  Geestrücken  bilden,  Geröllfelder ­
  und  stark  verfestigte  Tone  und  Kleie.
Ein  solches  Material  läßt  sich  nicht  spülen.
Stattdessen  könnte  man  für  das  Eingraben  an
Baggern  denken.  Wenn  aber  in  dem  Moränenmaterial ­
  große  Findlinge  liegen,  die  man  nicht  orten ­
  kann,  sind  auch  hier  bald  Grenzen  erreicht.
Ein  besonderes  Problem  wäre  die  Unterbringung
des  Aushubmaterials,  das  man  nicht  einfach  verklappen
  kann,  zumal  auch  mit  Torfvorkommen
gerechnet  werden  muß.
Schließlich  muß  noch  auf  das  Phänomen
der  Sandumlagerungen  hingewiesen  werden,  die
im  Küstenraum  bis  zu  einer  Wassertiefe  von  ca.
30  m  besonders  intensiv  sind  und  sowohl  langzeitige ­
  Tiefenänderungen  des  Meeresbodens  als
auch  kurzeitige  Tiefenschwankungen  von  2  m
und  mehr  nach  oben  und  unten  verursachen  können. ­
  Wenn  gefordert  wird,  daß  eine  Leitung  über
50  Jahre,  die  im  allgemeinen  projektierte  Lebensdauer, ­
  ständig  eine  bestimmte  Uberdeckung
haben  muß,  sind  sowohl  die  Langzeittrends  als
auch  die  Auswirkungen  der  Kurzzeitbewegungen
abzuschätzen.
Zusammenfassend  bleibt  also  festzuhalten:
-  In  sandigen  Gebieten  kann  man  eine  Rohrleitung ­
  von  1  m  Durchmesser  so  tief  einspülen,

Rohrleitungen

daß  2  m  Überdeckung  entstehen.  Bei  ausreichend ­
  dicker  Sandschicht  lassen  sich  durch
Kombination  von  Baggern  und  Spülen  größere
Eingrabtiefen  erreichen.  Im  Flachwasserbereich ­
  bis  ca.  SKN  -30  m  kann  sowohl  durch
Langzeitbewegungen  großer  Unterwasserdünen ­
  oder  ähnlicher  Sandkörper  als  auch  durch
kurzzeitige  Änderungen  der  Wassertiefen  eine
eingegrabene  Rohrleitung  freigespült  oder
auch  wieder  überdeckt  werden.
-  In  Gebieten,  in  denen  nicht  spülfähiges  Material ­
  an  der  Meeresbodenoberfläche  oder  unter
einer  nur  sehr  dünnen  Sanddecke  ansteht,  ist
ein  Eingraben  wegen  technischer  Schwierigkeiten ­
  und  nachteiliger  Auswirkungen  für  die
Meeresumwelt  durch  das  Abraummaterial
nicht  möglich.

Genehmigungsverfahren
Bevor  ein  Genehmigungsverfahren  zur  Verlegung ­
  einer  Rohrleitung  eingeleitet  wird,  finden
zuerst  Gespräche  zwischen  Antragsteller  und
Behörden  statt,  in  denen  das  Projekt  vorgestellt
wird  und  die  Dienststellen  auf  die  zu  erwartenden
Einwände  und  Auflagen  hinweisen.  Schon  dabei
zeigt  sich,  daß  einige  Planungen  für  einen  Trassenverlauf
  keine  Aussicht  auf  Realisierung  haben, ­
  da  die  betroffenen  Seegebiete  keine  weitere
Belastung  mehr  vertragen  können,  etwa  weil  die
Leitung  durch  ein  Ankergebiet  verlaufen  soll  oder
weil  in  dem  vorgesehenen  Seegebiet  ein  Eingraben ­
  gefordert  werden  muß,  was  aber  wegen
ungünstiger  Bodenverhältnisse  technisch  nicht
            
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