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Full text: Jahresbericht 1994

Meereskunde 
für die Festigkeit der Leitung selbst und die Sta 
bilität ihrer Unterlage dar. Ankerwurf und über 
Bord gehende Ladungsteile können zu Leckagen 
und Schäden bis hin zum Bruch führen. Auf der 
anderen Seite - und das betrifft besonders den 
Zuständigkeitsbereich des BSH - ist die Leitung 
aber auch eine Behinderung für andere Nutzer 
des Meeres und ein Gefahrenpotential für Um 
welt, Schiffahrt und Fischerei. Durch Sicherheits 
auflagen und deren Einhaltung durch ständige 
Überwachung muß dieses Gefahrenpotential 
durch ständige Überwachung ausgeschaltet wer 
den. 
Die Idee läge nun nahe, Erdgasleitungen 
(und das sollte auch für Kabel gelten) einfach so 
tief in den Meeresuntergrund einzugraben, daß 
weder Berührungen durch Fischereifanggeschirr 
noch Gefährdungen für die Seeschiffahrt auftre- 
ten. Ein zusätzlicher Vorteil wäre, daß die Leitung 
selbst besser geschützt wäre. Auch die Gefahr 
eines Auftriebs wäre kaum noch gegeben. Nach 
teile ergäben sich für die Überwachung der Lei 
tung und bei eventuellen Reparaturen. 
Allerdings lassen die technischen Möglich 
keiten und der Aufbau des Meeresuntergrundes 
nur selten hinreichend große Eingrabtiefen zu: 
- Die Gasleitungen bestehen aus einem Stahl 
rohr von ca. 1 m Durchmesser, das gegen Auf 
trieb mit einem durchschnittlich 10 cm dicken 
Betonmantel umgeben ist, so daß der Ge 
samtdurchmesser etwa 1,20 m beträgt. Bei 
der Verlegung werden etwa 10 m lange Einzel 
segmente an Bord eines Verlegeschiffes zu 
sammengeschweißt und der entstandene 
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Rohrstrang wird dann über einen Ausleger am 
Heck des Schiffes in einem großen Bogen 
gleichmäßig auf den Meeresboden abgesenkt. 
Sind die Sedimente auf dem Meeresboden 
weich, drückt sich die Leitung ein wenig in den 
Meeresboden ein, so daß sie trotz kleiner Un 
ebenheiten wie Rippein fest aufliegt. Ist der 
Untergrund fest, werden solche Unebenheiten 
nicht ausgeglichen, unter der Leitung bleiben 
Zwischenräume, die sich unter Umständen 
durch Auswaschungen noch vergrößern können. 
- Das Eingraben der Leitung unter die Meeres 
bodenoberfläche geschieht mit Hilfe eines 
Spülschlittens, der in Längsrichtung über der 
Leitung geschleppt wird und an dessen „Ku 
fen“ starke Wasserdüsen angebracht sind. Da 
mit wird der Sand unter der Leitung aufgewir 
belt und auf die Seite gespült, die Leitung 
selbst fällt in die so entstandene Rinne. Bei 
mehreren Überläufen lassen sich so Einspül 
tiefen von 3 Metern für die Unterkante der 
Rohrleitung erreichen. Zurück bleibt ein breiter 
flacher Graben, der sich auf natürliche Weise 
wieder verfüllt, was aber mehrere Jahre dau 
ern kann. 
Voraussetzung für die Einspültechnik ist 
natürlich, daß das Material spülbar ist. Das ist 
aber keineswegs überall der Fall: 
- Aufgrund seiner Entstehung weist der Meeres 
boden - stark vereinfachend ausgedrückt - 
eine Zweiteilung auf. Direkt am Meeresboden 
findet sich meist fein- bis mittelkörniger Sand, 
dessen Mächtigkeit stark schwankt: Stellen 
weise baut er meterhohe Dünen auf, über
	        
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