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Full text: Jahresbericht 1994

herzusagen, wird mit Modellrechnungen erprobt. 
Um naturnahe Vorhersagen geben zu können, 
müssen hydrographische und atmosphärische 
Anfangswerte synoptisch und zeitnah zur Verfü 
gung stehen. Dafür werden Satelliten eingesetzt. 
Satellitendaten für die Meereskunde 
Die Nord- und die Ostsee werden mehrmals 
täglich von Sensoren der geostationären und po- 
lar-umlaufenden Satelliten erfaßt. Diese Sensor 
daten werden zu Bildprodukten verarbeitet. Die 
Satellitendaten haben eine räumliche Auflösung, 
die bei den NOAA-Wettersatelliten der USA 
1,1 km beträgt und den regionalen, hydrographi 
schen Anforderungen genügt. Nord- und Ostsee 
werden mit ca. 820 000 Meßpunkten abgedeckt. 
Die optischen und infraroten Sensoren der Wet 
tersatelliten erfassen Bewölkung sehr gut, sie 
können aber durch dichte Wolken keine Daten 
von der Meeresoberfläche erhalten. Mikrowellen 
und RADAR-Sensoren, wie sie auf dem europäi 
schen Erdbeobachtungssatelliten ERS installiert 
sind, geben von Wolken und Sonnenstand unab 
hängige Informationen des Meeres. 
Die Daten der NOAA-Wettersatelliten wer 
den im BSH seit Anfang 1990 mit einer HRPT 
(High Resolution Picture Transmission)-Anlage 
aufgenommen und verarbeitet. Zwischen vier und 
acht Passagen werden täglich registriert, bear 
beitet und archiviert. So wurden 1994 2111 Pas 
sagen der NOAA-Satelliten auf 139 Magnetband- 
Kassetten registriert. 
Fernerkundung 
Wasseroberftächen-Temperaturen aus 
Satelliten-Daten 
Beobachtungen der Temperatur der Mee 
resoberfläche von Schiffen, Bojen, Plattformen, 
Meßnetz- und Küstenstationen werden seit über 
fünfundzwanzig Jahren vom BSH Operationen 
gesammelt. 
Die Wasseroberflächentemperatur (SST: 
Sea Surface Temperature) ist ein grundlegender 
Wert für meereskundliche und klimatologische 
Arbeiten und ein wichtiger Parameter zur Unter 
scheidung von verschiedenen Wasserkörpern. 
Die Temperatur an der Grenzfläche reguliert den 
Energieaustausch zwischen Ozean und Atmos 
phäre und spielt damit eine entscheidende Rolle 
im Gesamtsystem Meer/Atmosphäre. 
Von jedem Überflug der NOAA-Satelliten 
wird aus den Daten der AVHRR (Advanced Very 
High Resolution Radiometer) von mehreren Sen 
sorkanälen eine Wasseroberflächentemperatur 
karte der Nord- und Ostsee berechnet. Außer 
dem wird ein Übersichtsbild (Quick-Iook) ange 
legt und archiviert. Die Ergebnisse eines Tages 
werden in einer täglichen Karte zusammenge 
faßt. Aus den täglichen Karten einer Woche wird 
dann eine wöchentliche SST-Karte hergestellt, 
die an Nutzer und Interessenten verteilt wird. Die 
gemittelten Werte aller Aufnahmen eines Monats 
ergeben die Karte der Monatsmittel (s. Abb. 18). 
Der Empfangsbereich der HRPT-Anlage er 
streckt sich im Süden über das gesamte Mittel 
meer, im Osten bis zum Ural, im Norden bis nahe
	        
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