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Full text: Jahresbericht 1994

Meereskunde 
Zur Luftverschmutzung durch Schiffe wur 
den verstärkte gemeinsame Aktionen in den Gre 
mien der Internationalen Seeschiffahrts-Organi 
sation (IMO) verabredet, insbesondere mit dem 
Ziel, den Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff we 
sentlich zu reduzieren. 
Die 1993 von der Helsinki-Kommission 
eingesetzte Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Chemische 
Kampfstoffe“ (CHEMU), die die in den Vertrags 
staaten vorliegenden Informationen über die Ein 
bringung von chemischen Kampfstoffen nach 
dem Zweiten Weltkrieg zusammenfassen und 
bewerten sollte, legte Anfang 1994 einen ersten 
Bericht vor. Auf zwei weiteren Sitzungen in 
Kopenhagen und auf einer letzten Sitzung im 
Dezember im BSH wurde ein abschließender 
Bericht erarbeitet. 
Neukonzeption des Bund/Länder-Meß- 
programms (BLMP) 
Eine Verwaltungsvereinbarung zwischen 
Bund und Ländern konnte wegen offener Finan 
zierungsfragen noch nicht abgeschlossen wer 
den. Die Neukonzeption des BLMP sieht eine 
Geschäftsstelle vor, die vom BSH wahrgenom 
men wird und eng mit der MUDAB (Meeresum 
welt-Datenbank) zusammenarbeitet. Die neuein 
gerichteten Fach-Arbeitsgruppen für Nord- und 
Ostsee, die die Feinstruktur des neuen Über 
wachungsprogramms ausarbeiten sollen, haben 
1994 erste Sitzungen durchgeführt, die vom BSH 
inhaltlich und organisatorisch vorbereitet wurden. 
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Symposium „Aktuelle Probleme 
der Meeresumwelt“ 
Im Auftrag des BMU führte das BSH mit 
dem UBA das vierte wissenschaftliche Sympo 
sium „Aktuelle Probleme der Meeresumwelt“ in 
Hamburg durch. Das rege wissenschaftliche und 
journalistische Interesse zeigte sich am Teilneh 
merkreis von rund 200 Personen. Mehrere Refe 
renten kamen aus dem Ausland. 
Themenschwerpunkte der Veranstaltung wa 
ren großräumige Klimavariationen und ihre Be 
deutung, Auswirkungen von Schadstoffen und 
der Fischerei auf Fischbestände, die Situation 
der Ostsee, Überwachung der Meere und Pro 
bleme ungewöhnlicher Algenvorkommen. Es 
zeigte sich, daß die Einträge von Stickstoff und 
Phosphat, vor allem aus der Landwirtschaft, teil 
weise auch aus kommunalen Kläranlagen, immer 
noch zu hoch sind. 
Alarmierend ist der hohe Anteil des „Bei 
fangs“, der bei der Fischerei als nicht marktfähig 
unmittelbar wieder ins Meer gespült wird. Mit 
640 000 Tonnen entspricht dies etwa 25% der 
Anlandungen. In Zusammenhang mit der Proble 
matik der Einschleppung fremder Organismen 
berichtete ein französischer Experte aus Mar 
seille über die Ausbreitung der Alge Caulerpa ta- 
xifolia an der französischen Mittelmeerküste, die 
ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht hat. 
Alle Anstrengungen, die verheerende Ausbrei 
tung der eingeschleppten Alge zu bremsen, sind 
bisher gescheitert. 
Die Beiträge des Symposiums werden wie 
derum in einem Supplement der Deutschen Hy 
drographischen Zeitschrift veröffentlicht.
	        
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