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Full text: Jahresbericht 1994

Meereskunde 
Die Zeitreihe der mittleren Oberflächentem 
peraturen der Nordsee zeigt jedoch für den Zeit 
bereich 1977 bis 1992 einen deutlich unter 
schiedlichen Verlauf. In den Jahren 1977-79 war 
die Nordseetemperatur relativ niedrig, während 
in den Jahren 1989-91 die mittleren Temperatu 
ren (verglichen mit den letzten 50 oder sogar 130 
Jahren) relativ hoch waren (siehe Abb. 17). Dies 
ergibt sich aus der Analyse der 25jährigen Reihe 
der digitalisierten wöchentlichen Oberflächen 
temperaturkarten der Nordsee. Dieser Datensatz 
bildete die Basis für eine Untersuchung der jähr 
lichen Unterschiede der Nordseetemperaturen 
und ihrer langfristigen Veränderung (Trend). Die 
bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, daß 
über die 25 Jahre (seit 1969) kein Trend in den 
Nordseeoberflächentemperaturen festgestellt wer 
den kann. Die beobachteten längerperiodischen 
Schwankungen (etwa 6-9 Jahre) können mit 
dem unterschiedlichen Einfluß des Nordatlantiks 
auf die Nordsee erklärt werden. Es hat sich ge 
zeigt, daß der Nordatlantische Oszillationsindex, 
der ein Maß für die zonale atmosphärische Zirku 
lation ist, mit den Salzgehaltsanomalien und der 
Oberflächentemperatur der Nordsee korreliert ist. 
Es gibt auch Hinweise aus WOCE-Untersuchun- 
gen im Nordatlantik, daß der Nordatlantische 
Strom zum Ende der 80er Jahre stärker gewor 
den ist und mehr Wärmeenergie nach Europa 
führt. 
■ Randstromsystem entlang des 
westeuropäischen Kontinentalabhangs 
(Forschungsvorhaben „ORAS“) 
Entlang des westeuropäischen Kontinen 
talabhangs existiert das ganze Jahr über mit jah 
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reszeitlich und regional wechselnder Intensität 
eine polwärts gerichtete Randströmung. Ge 
meinsame Untersuchungen der BfA, des IOW 
und des BSH im Rahmen von WOCE in den Jah 
ren 1991 und 1992 zeigen, daß diese Strömung 
am Schelfhang vor der gesamten iberischen At 
lantikküste nachweisbar ist. Gleichzeitig ist dabei 
zum ersten Mal die bis dahin nur vermutete Ver 
bindung zwischen der westeuropäischen und 
nordafrikanischen Randströmung in der Tiefe 
festgestellt worden. 
Im Juni/Juli 1994 sind die Arbeiten über die 
Randströmung auf der Höhe des Kanals und 
westlich von Irland während der Valdivia-Fahrt 
Nr. 145 fortgesetzt worden. Auf dieser Fahrt 
wurde neben Strömungsmessungen eine inten 
sive Aufnahme der Wassermassenverteilung 
zwischen dem armorikanischen und irischen 
Kontinentalabhang durchgeführt. Die hydrogra 
phischen Daten dienen insbesondere dazu, den 
dominierenden Einfluß des Dichtegradienten auf 
die Randströmung abzuschätzen. 
■ Untersuchungen zu den meridionalen Trans 
porten von Wärme, Süßwasser und Salz 
und ihren Schwankungen auf klimarelevanten 
Zeitskalen im Nordatlantik 
Die auf der Gauß-Reise Nr. 226 im Sommer 
1993 begonnenen Arbeiten zur Bestimmung der 
meridionalen Transporte von Wärme, Süßwasser 
und Salz auf 48° N im Nordatlantik wurden mit 
der Reise M30 des FS Meteor im Spätherbst 
fortgesetzt. Damit liegen jetzt Messungen dieser 
für das Klimageschehen Nordeuropas wichtigen
	        
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