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der Häufigkeiten mit 94 % iger Wahrscheinlichkeit
nicht von einer zufälligen Zahlenfolge unterschei
det.
Das mittlere Hochwasser bei Cuxhaven hat
sich seit 1843 von NN + 1,10 m auf NN + 1,5 m
erhöht. Diese Erhöhung ist auf die drei unter
a) bis c) genannten Ursachen zurückzuführen.
Welche Anteile den einzelnen Ursachen zuzuord
nen sind, bleibt einer gesonderten Untersuchung
Vorbehalten.
■ Strömungsmessungen in der westlichen
Ostsee (Forschungsvorhaben „OPUS“)
Von November 1993 bis Januar 1994 führte
das BSH Strömungsmessungen im Fehmarnbelt
sowie in der Mecklenburger und Lübecker Bucht
durch (OPUS: Ostsee-Programm Umwelt und
Strömung). Neun Verankerungen mit jeweils zwei
Strömungsmessern waren hierfür von der Gauß
ausgelegt und 6 bis 8 Wochen später in Zusam
menarbeit mit dem Institut für Ostseeforschung
Warnemünde (IOW) von der A. v. Humboldt ge
borgen worden. Die längste Zeit lag eine Kette
östlich von Fehmarn aus, bei der während der
Ausliegezeit die Markierungsboje abgerissen
war. Durch fremde Schiffseinwirkung verschleppt,
konnte sie erst Ende Februar 1994 von der Wega
mit Hilfe ihrer Taucher an Bord genommen wer
den.
Die Daten von OPUS bilden einen Beitrag
zur Verbesserung der bisher unzureichenden
Grundlagenkenntnisse hinsichtlich der Strömungs
verhältnisse in diesem Seegebiet. Außerdem sol
Untersuchungen
len die Meßergebnisse mit den Daten des BSH-
Modells in der westlichen Ostsee verglichen wer
den. Eine Aufgabe, die für den Leistungsnach
weis des operationellen Modells immer mehr an
Bedeutung gewinnt.
■ Tiefenzirkulation im Gotlandtief
(Forschungsvorhaben „GOBEX“)
Ein im November/Dezember 1993 erstmals
gewonnener Datensatz über die Tiefenzirkulation
im Gotlandbecken ist 1994 durch wiederholte
Messungen des BSH ergänzt worden.
In Zusammenarbeit mit dem IOW veran
kerte die A. v. HUMBOLDT auf annähernd den
gleichen drei Positionen wie im Vorjahr jeweils
drei Strömungsmesser des BSH in der Tiefen
schicht unterhalb 100 m Wassertiefe. Die Mes
sungen fanden im Rahmen der internationalen
baltischen Unternehmung „Gotland-Experiment“
(GOBEX) statt.
Aus den Ergebnissen der Überwachungs
fahrten des IOW läßt sich ableiten, daß 1994 wei
terhin salzreiches Wasser in das Gotlandtief ein
geströmt ist. Im Spätsommer und Herbst 1994
war das Gotlandtief frei von Schwefelwasserstoff,
der bodennahe Salzgehalt betrug etwa 12,4 PSU
und war somit ca. 0,5 PSU höher als im Spät
herbst 1993.
Die 46tägigen Messungen 1994 ergaben -
wie die 14tägigen Messungen Ende 1993 - eine
von der lokalen Bodenform geführte Beckenzir
kulation entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn,
d. h. das Gotlandtief verursacht in der Unter
schicht eine spürbare Verringerung der mittleren