In Abb. 14 ist auf der Grundlage der Ori
ginaldaten eine Auswahl von progressiven Vek
tordiagrammen (PVD) dargestellt. Hierbei wer
den die 10minütigen Meßwerte in der jeweiligen
Meßtiefe zu einem fortlaufenden Diagramm an
einander „gehängt“. Aus der Darstellung wird das
unterschiedliche Verhalten der Strömung mit zu
nehmender Tiefe deutlich. Der Gezeitenstrom auf
der Meßposition macht sich in der Darstellung
als ein periodisches Hin- und Hersetzen quer zur
mittleren Strömung bemerkbar. Die gezeitenbe
dingten Querversetzungen haben einen horizon
talen Durchmesser von 3 bis 5 Seemeilen.
Die Untersuchungen im Rahmen von
TRANSWATT erstrecken sich auf das Gebiet
zwischen Ems und Sylt. Das groß angelegte
Meßprogramm, in dem flächenhafte synoptische
Untersuchungen mit mehreren Schiffen sowie
Ankerstationsmessungen im Wattenmeer durch
geführt werden, wird durch Modellrechnungen er
gänzt. Diese Modelluntersuchungen werden im
Teilprojekt „Transportprozesse“ durchgeführt. Als
Modellgebiet wurde das nordfriesische Wattge
biet ausgewählt. Für dieses Gebiet werden die
von den anderen Teilprojekten benötigten Basis
daten über Strömungen, Wasserstände, Salzge
halt und Wassertemperatur berechnet und für
die Zeiträume der Meßkampagnen die Wasser
transporte und Wasseraustauschraten zwischen
den Teilgebieten des Wattenmeeres bestimmt.
Das hochauflösende Wattmodell ist auf
dem BSH-Rechner installiert. Es wird mit Ergeb
nisdaten aus dem operationellen Strömungsmo
dell angetrieben. Zunächst wird eine barotrope
Untersuchungen
Version mit einer reinen Gezeitenanregung be
trieben, später sollen sukzessive meteorologi
sche Anregungen und barokline Prozesse hinzu
gefügt werden.
Das Ausbreitungsmodell des BSH wurde in
zwischen ebenfalls an die hochauflösende Topo
graphie angepaßt. Dieses Modell soll Trajektorien
von Wasserkörpern berechnen und zudem für die
Abschätzung von Austauschraten und Verweil
zeiten von Wasserkörpern in unterschiedlichen
Bereichen des Wattenmeeres herangezogen wer
den.
■ Entwicklung der Sturmfluthäufigkeit
an der norddeutschen Küste
Im Rahmen der Diskussion einer möglicher
weise bevorstehenden Klimaänderung, verbun
den mit einem Anstieg des Meeresspiegels und
einer Erhöhung der Sturmfluthäufigkeit, hat sich
das BSH mit der Frage auseinandergesetzt, ob
sich Häufigkeit und Höhe von hohen Wasserstän
den an der deutschen Nordseeküste in den letz
ten Jahrzehnten geändert haben. Im folgenden
werden erste Teilergebnisse vorgestellt.
Die Einschätzung, ob eine eingetretene
Wasserstandserhöhung als „Sturmflut“ bewertet
wird - sie wird meist an dem verursachten Scha
den gemessen - ist weitgehend subjektiv. Vor
etwa 100 Jahren wurde das Überschreiten einer
wesentlich niedrigeren Marke bereits als Sturm
flut bewertet. Die Menschen an der Küste stellen
sich auf veränderte Wasserstände ein, sie schüt
zen sich durch Küstenbefestigungen (Deiche),
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