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Full text: Jahresbericht 1994

In Abb. 14 ist auf der Grundlage der Ori 
ginaldaten eine Auswahl von progressiven Vek 
tordiagrammen (PVD) dargestellt. Hierbei wer 
den die 10minütigen Meßwerte in der jeweiligen 
Meßtiefe zu einem fortlaufenden Diagramm an 
einander „gehängt“. Aus der Darstellung wird das 
unterschiedliche Verhalten der Strömung mit zu 
nehmender Tiefe deutlich. Der Gezeitenstrom auf 
der Meßposition macht sich in der Darstellung 
als ein periodisches Hin- und Hersetzen quer zur 
mittleren Strömung bemerkbar. Die gezeitenbe 
dingten Querversetzungen haben einen horizon 
talen Durchmesser von 3 bis 5 Seemeilen. 
Die Untersuchungen im Rahmen von 
TRANSWATT erstrecken sich auf das Gebiet 
zwischen Ems und Sylt. Das groß angelegte 
Meßprogramm, in dem flächenhafte synoptische 
Untersuchungen mit mehreren Schiffen sowie 
Ankerstationsmessungen im Wattenmeer durch 
geführt werden, wird durch Modellrechnungen er 
gänzt. Diese Modelluntersuchungen werden im 
Teilprojekt „Transportprozesse“ durchgeführt. Als 
Modellgebiet wurde das nordfriesische Wattge 
biet ausgewählt. Für dieses Gebiet werden die 
von den anderen Teilprojekten benötigten Basis 
daten über Strömungen, Wasserstände, Salzge 
halt und Wassertemperatur berechnet und für 
die Zeiträume der Meßkampagnen die Wasser 
transporte und Wasseraustauschraten zwischen 
den Teilgebieten des Wattenmeeres bestimmt. 
Das hochauflösende Wattmodell ist auf 
dem BSH-Rechner installiert. Es wird mit Ergeb 
nisdaten aus dem operationellen Strömungsmo 
dell angetrieben. Zunächst wird eine barotrope 
Untersuchungen 
Version mit einer reinen Gezeitenanregung be 
trieben, später sollen sukzessive meteorologi 
sche Anregungen und barokline Prozesse hinzu 
gefügt werden. 
Das Ausbreitungsmodell des BSH wurde in 
zwischen ebenfalls an die hochauflösende Topo 
graphie angepaßt. Dieses Modell soll Trajektorien 
von Wasserkörpern berechnen und zudem für die 
Abschätzung von Austauschraten und Verweil 
zeiten von Wasserkörpern in unterschiedlichen 
Bereichen des Wattenmeeres herangezogen wer 
den. 
■ Entwicklung der Sturmfluthäufigkeit 
an der norddeutschen Küste 
Im Rahmen der Diskussion einer möglicher 
weise bevorstehenden Klimaänderung, verbun 
den mit einem Anstieg des Meeresspiegels und 
einer Erhöhung der Sturmfluthäufigkeit, hat sich 
das BSH mit der Frage auseinandergesetzt, ob 
sich Häufigkeit und Höhe von hohen Wasserstän 
den an der deutschen Nordseeküste in den letz 
ten Jahrzehnten geändert haben. Im folgenden 
werden erste Teilergebnisse vorgestellt. 
Die Einschätzung, ob eine eingetretene 
Wasserstandserhöhung als „Sturmflut“ bewertet 
wird - sie wird meist an dem verursachten Scha 
den gemessen - ist weitgehend subjektiv. Vor 
etwa 100 Jahren wurde das Überschreiten einer 
wesentlich niedrigeren Marke bereits als Sturm 
flut bewertet. Die Menschen an der Küste stellen 
sich auf veränderte Wasserstände ein, sie schüt 
zen sich durch Küstenbefestigungen (Deiche), 
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