Meereskunde
■ Untersuchungen zum küstennahen Stoff
und Energietransfer (Forschungsvorhaben
„KUSTOS“ und „TRANSWATT“)
Die beiden BMFT-Projekte „Küstennahe
Stoff- und Energiefiüsse - der Übergang Land-
Meer in der südöstlichen Nordsee (KUSTOS)“
und „Transport, Transfer und Transformation von
Biomasse-Elementen im Wattenmeer (TRANS
WATT)“ sind ein deutscher Beitrag zum interna
tionalen Programm Land/Ocean Interaction in
the Coastal Zone (LOICZ). An den beiden For
schungsvorhaben beteiligen sich neben dem
BSH die Universitäten Hamburg, Oldenburg und
Kiel (Forschungs- und Technologiezentrum West
küste in Büsum), die Biologische Anstalt Helgo
land (BAH), das GKSS Forschungszentrum
Geesthacht und das Alfred-Wegener-Institut in
Bremerhaven.
Ziel von KUSTOS ist die qualitative und
quantitative Darstellung der Stoff- und Energie
flüsse im Küstenvorfeld, insbesondere des hori
zontalen Transportes vom terrestrischen Eintrag
in und durch den Küstenstrom hindurch bis in
den Bereich der freien Nordsee. Die Arbeiten
konzentrieren sich auf die wichtigsten „Global
Change“-Parameter (Kohlenstoff, Nährstoffe N,
P, Si) und stützen sich auf Feldmessungen, Mo
dellrechnungen und Fernerkundung.
Das BSH ist verantwortlich für die Gewin
nung der ozeanographischen Randwerte für die
Modellierung der Nordsee, die Bestimmung der
Ausbreitung der Wassermassen und deren Ver
weilzeiten, die Untersuchung der Schwebstoff
dynamik sowie - in enger Zusammenarbeit mit
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bio- und geochemischen Arbeitsgruppen - die
Verfolgung der Primärproduktion und Entwick
lung einer Planktonblüte in einem markierten
Wasserkörper in der Elbwasserfahne. Das BSH
ist an zwei Feldexperimenten im Sommer 1994
und im Frühjahr 1995 beteiligt.
Während des Feldexperiments im Juli/Au
gust 1994 wurden zum einen die Verteilungen
der wichtigsten ozeanographischen, biologischen
und geochemischen Parameter großräumig ver
messen, zum anderen auf einem küstennorma
len Schnitt auf der Höhe von Helgoland Geräte
zur Messung von Temperatur, Salzgehalt, Rück-
streu-Trübung sowie Wasserstand und Strö
mung verankert. Das Driftexperiment wurde von
Gauß und Heincke durchgeführt. Dafür wurde in
der Frontalzone der Elbe ein Wasserkörper durch
einen Drifter markiert und dieser fortlaufend auf
Schnitten zwischen dem nordfriesischen Watt
und der offenen Nordsee beprobt.
Im Rahmen des Projektes wurden mit ei
nem am Meeresboden abgesetzten Akusti-
schem-Doppler-Strömungsprofil-Meßgerät (ADCP)
ca. 7 sm nordöstlich vom Feuerschiff Deutsche
Bucht bei einer Wassertiefe von 40 m über
66 Tage die lokalen Strömungsfluktuationen
mit einer vertikalen Auflösung von 1 m regi
striert.
Das Besondere an dieser Messung war ne
ben der verhältnismäßig langen Dauer der Regi
strierung (vom 7. 6. bis 12. 8. 94) die hohe verti
kale Auflösung des Strömungsprofils. Der von
den Messungen erfaßte Tiefenbereich reichte
von 3 m über dem Meeresboden bis 3 m unter
halb der Wasseroberfläche.