wichtigsten Quellen für diese meereskundlichen
Informationen bildeten:
- das BSH-Meßnetz in Nord- und Ostsee
- das „Ship of opportunity“-Programm des BSH
- das Integrated Global Ocean Services System
(IGOSS)
- das „Voluntary Observing Ship”-Programm der
WMO
- radiologische Küstenstationen an Nord- und
Ostsee
- weltweite Klimabulletins (CLIMAT), monatliche
Mittelwerte
- Klartextinformationen von Dienststellen ande
rer Nationen
Eine sofortige offene Verbreitung der Da
ten/Informationen über geeignete Kommunikati
onswege, wie das Globale Telekommunikations
netz (GTS) der Meteorologischen Weltorgani
sation (WMO), unterstützt ozeanographische
Dienste (z. B. Sturmflutwarndienst, Eisdienst,
Herausgabe von Temperaturverteilungskarten)
ebenso wie wissenschaftliche Programme (z.B.
Klimaforschungsprojekte wie „Tropical Ocean
and Global Atmosphere“ - TOGA oder „World
Ocean Circulation Experiment“ - WOCE).
Im Rahmen des Integrated Global Ocean
Services System (IGOSS) wurden Temperatur-
und Salzgehalts-Profildaten über das GTS inter
national ausgetauscht.
Der überwiegende Teil der in Echtzeit ge
sammelten und verbreiteten Daten floß über eine
Standleitung zwischen dem BSH und der Automa
tischen Fernmelde-Speicher-Vermittlung (AFSV)
des Deutschen Wetterdienstes.
Dienste
ln seinem „Ship of opportunity“-Programm
hat das BSH mehrere Schiffe mit sog. Kontakt
thermometern (Temperaturfühler an der Innen
seite der Schiffsaußenhaut, der zum Laderaum/
Maschinenraum hin gut isoliert ist) ausgerüstet,
die - überwiegend in der Nordsee und der Ost
see - die oberflächennahe Temperatur maßen
und an das BSH meldeten. Die Meßwerte flössen
in die Herstellung der Oberflächentemperatur-
Karte der Nordsee ein. Im Winter dienen diese
Temperaturen auch der Vorhersage der Eisbil
dung in der Ostsee.
Zwei Schiffe waren für die Messung der
Temperaturverhältnisse in den oberen 800 m des
Atlantischen Ozeans mit XBT-Geräten und Satel
litensendern ausgerüstet. Die Köln Express der
Reederei Hapag-Lloyd machte XBT-Messungen
zwischen dem Westausgang des Kanals und
Neufundland und die Monte Rosa der Reederei
Hamburg-Süd auf ihrer Route zwischen Portugal
und Rio de Janeiro. Die auf diesen Handelsschif
fen gewonnenen Temperaturmeßwerte dienten
hauptsächlich den wissenschaftlichen Frage
stellungen der Weltklima-Forschungsprogramme
WOCE und TOGA.
Die Gewinnung von Meßwerten durch
„Ships of opportunity“ wird von erheblicher Be
deutung für das geplante Global Ocean Obser
ving System (GOOS) sein. Es ist wichtig, diese
Messungen fortzuführen, um den Wärmehaus
halt und den Wärmetransport im Atlantischen
Ozean langfristig zu überwachen.
Folgende Schiffe haben sich 1994 an dem
deutschen „Ship of opportunity“-Programm beteiligt:
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