Meereskunde
Obgleich an der Nordseeküste weniger
Sturmfluten als im Vorjahr auftraten, waren In
Hamburg wiederum 4 schwere zu verzeichnen.
Darunter die zweithöchste seit Beginn regel
mäßiger Pegelaufzeichnungen am 28. Januar mit
6,02 m über Normalnull. An der mecklenburg-
vorpommerschen Küste lag der höchste Wasser
stand einmal nur geringfügig über der dortigen
Sturmflutgrenze.
Die nachstehende Tabelle enthält statisti
sche Angaben des Sturmflutwarndienstes aus
dem Berichtsjahr.
Anzahl der Warnungsempfänger: ... 291
Anzahl der Warnungen
vor erhöhten Hochwassern: 2594
Anzahl der Warnungen an die
Schiffahrt vor besonders niedrigen
Wasserständen: 1
Anzahl der Sturmfluten (Nordsee): .. 8
Anzahl der Sturmfluten (Ostsee): ... 1
(Sturmflut Nordsee
= Hochwasser > MHW + 1,5 m)
(Sturmflut Ostsee/Schleswig-Holstein
= Wasserstand > NN + 1,5 m)
(Sturmflut Ostsee/Mecklenburg-Vorpommern
= Wasserstand > NN+1,0)
Seegangsvorhersage
Der Seegangsvorhersagedienst besteht seit
1991 und wird gemeinsam vom Deutschen Wet
terdienst (DWD) und dem BSH betrieben. Ein nu
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merisches Modellsystem, das auf dem Rechner
des DWD in Offenbach installiert ist, errechnet
aus den Windvorhersagen der Atmosphärenmo
delle routinemäßig zweimal täglich (00.00 Uhr
und 12.00 Uhr UTC) Seegangsvorhersagen. Der
Vorhersagezeitraum beträgt 7 Tage für den Nord
atlantik und 3 Tage für das europäische Schelf
gebiet sowie für die Ostsee, jeweils in 6stündli-
chen Zeitschritten. Die räumliche Auflösung ist
150 km im Nordatlantik-, 30 km im Schelf- und
15 km im Ostseemodellgebiet. Die Ergebnisse,
signifikante Wellenhöhen, -perioden und -richtun-
gen für Windseegang und Dünung, werden über
eine Datenverbindung vom DWD, Zentralamt, an
das BSH und das Seewetteramt (SWA) übertra
gen. Das SWA verbreitet die Seegangsvorher
sage per Funk an die Schiffahrt als Meldung in
den Seewetterberichten und als 60-Stunden-Vor-
hersagekarte für den Nordatlantik. Außerdem
wird eine Routenberatung angeboten, die auf
den Seegangsvorhersagen basiert.
Das BSH hat die Qualitätskontrolle und Wei
terentwicklung des numerischen Modells sowie
die Archivierung der Daten übernommen.
Seit Mitte 1994 fließen die Seegangsvorher
sagen in das operationeile Modell der Nord- und
Ostsee des BSH zur Berechnung des seegangs
bedingten Strömungsanteils ein.
Die Verifizierung der Modellrechnungen ge
schieht durch kontinuierliche Vergleiche mit Mes
sungen. Dabei werden Daten von verankerten
Seegangsmeßbojen an einzelnen festen Positio
nen benutzt, zusätzlich auch Daten des europäi-