Neuere Veröffentlichungen.
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Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Wegener, Alfred: Das detonierende Meteor vom 3. April 1916, 3'/, Uhr
nachmittags in Kurhessen. Schriften der Gesellschaft zur Beförderung
der gesamten Naturwissenschaften zu Marburg. XIX. Bd., 1. Heft, 83 S.
Marburg a. d. L. 1917, >
Der Verfasser ist in erfolgreichster Weise bemüht gewesen, Beobachtungen der im Titel ge-
nannten Erscheinung, deren sich besonders die Leser der Zeitschrift „Das Wetter‘‘ wegen der zahl-
reichen dort erschienenen Notizen erinnern werden, zu sammeln, Die vorliegende Arbeit enthält die
äußerst interessante und anregende, in vieler Hinsicht mustergültige Diskussion des erhaltenen reichen
Materials, bei der auch vielfach frühere Beobachtungen herangezogen wurden.
Von den 16 Kapiteln, in die sich die Untersuchung gliedert, seien die folgenden durch An-
gabe ihrer Überschrift hervorgehoben: .
3. Zeit, 5. Geographische Lage des Hemmungspunktes, 6. Höhe des Hemmungspunktes,
7, Azimut und Neigung der Bahn, 8. Höhe des ersten Aufleuchtens, 9. Geschwindigkeit, 10, Kos-
mische Bewegung, 11. Die Lichterscheinung, 12. Der Rauchschweif, 13. Der Meteorit nach dem Er-
löschen, 14. Der Schall.
Aus dem 7. Abschnitt sei die geistreiche graphische Methode zur Ermittelung des scheinbaren
Radianten, aus dem 10. der Hinweis auf den bisher nur wenig beachteten Einfluß des Luftwiderstandes
auf die Berechnung der kosmischen Geschwindigkeit der Meteoriten und auf die Berechnung ihres
Abstandes vom Apex hervorgehoben. Zu dem 11. Kapitel, Abschnitt d (Größe), möchte Referent be-
merken, daß nach den kürzlich veröffentlichten . Untersuchungen über den Sehraum von H. Witte
und E, Laqueur!) — die allerdings dem Verfasser noch nicht bekannt sein konnten — lineare Maß-
angaben von Himmelserscheinungen oder Vergleiche wie „faustgroß, wie ein Gänseei, wie ein Kinds-
kopf“ usw. doch nicht ganz wertlos erscheinen und in Zukunft bei ähnlichen Untersuchungen vielleicht
verwendet werden können. Im 12. Kapitel sind von meteorologischem Interesse die Schlüsse, die aus
der Bewegung der Rauchfahne auf die Luftbewegung gezogen werden, Im 14. Kapitel wird man mit
Interesse die Ausführungen über die oft vorkommende Auslösung einer akustischen Täuschung durch
Jen optischen Eindruck lesen, Auch in den übrigen Kapiteln finden sich zahlreiche interessante Be-
merkungen über häufig vorkommende Sinnestäuschungen und Erinnerungsfehler eingestreut.
Außer in den schönen Ergebnissen scheint dem Referenten der Hauptwert der Arbeit auf
methodischem Gebiet zu liegen. Niemand, der an den Erscheinungen der Natur Interesse hat, wird
sie lesen, ohne daraus reiche Anregungen für die eigene Beobachtung ähnlicher Erscheinungen, für
die Sammlung von Beobachtungsmaterial und die Verarbeitung von sich vielfach widersprechenden
Angaben zu einem einheitlichen Gesamtbilde zu schöpfen. R. Wenger.
Bortels, A.: Lotsenfreund 1918, 12. Jahrgang. 16°, 191 S. Cuxhaven, August
Rauschenplat. Preis 3 M.
Der 12. Jahrgang dieses Taschenbuches erscheint laut Angabe des Verlegers nach gründlicher
Durcharbeitung mit vermehrtem Inhalt in neuem Gewande, Die Angaben des handlichen Buches
werden gewiß vielen sehr willkommen sein, namentlich die in gedrängter Kürze gegebenen Zusammen-
stellungen der wichtigsten Sondervorschriften und Signale, Taxen und Tarife für die Elbe und deren
Nebengewässer. Auch die vielen Angaben von Entfernungen, Kursen und Peilungen. Auch daß diese
mißweisend gegeben sind wird Manchem, der gewöhnt ist. mißweisend zu navigieren, nicht unwill-
kommen sein, seitdem die mißweisenden Angaben den Seehandbüchern fehlen. Bedauerlich ist aber,
laß das Buch auch sonstige Unstimmigkeiten mit den amtlichen Veröffentlichungen aufweist. Zum
Beispiel in den Benennungen. Leuchtschiff statt Feuerschiff mag hingehen, das ist wenigstens harm-
los, aber Fluthöhe statt Hub zu sagen, sowie der Gebrauch des Wortes Flutwechsel, wirkt verwirrend,
Auch manche Zahlenangaben weichen von den amtlichen ab, z, B. die Hoch- und Niedrigwasserzeiten
um 3 bis 11 Minuten von den Angaben der Gezeitentafeln des Reichs-Marine-Amts. Man könnte
allerdings sagen, in der Praxis komme es bei diesen von Wind und Wetter usw. abhängigen KEr-
scheinungen auf einige Minuten nicht an, man sollte dann aber auch die Angaben der senkrechten
Wasserbewegung nicht in Zentimetern geben, Besser verbürgt, aber hier überflüssig ist die Deklination
der Sonne auf zehntel und ihre stündliche Anderung gar auf hundertstel Bogenminuten, und da keine
Elemente anderer Gestirne. gegeben sind, ist die Geradeaufsteigung der Sonne hier zwecklos.
Reinicke.
)” H. Witte: Über den Sehraum, Phys. Ztschr. XIX, 1918, S, 142. .‚Physikalisch wertvoll
erscheint die Tatsache, daß die bekannten, viel belächelten volkstümlichen Angaben‘ über Größen von
Kometen, Art und Größe von Meteoren usw. danach «doch verständlichen; den Durchschnittswerten
nach ermittelharen Gesetzen gehorchen und in dieser Weise wohl verwertbar sind.‘