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Full text: Jahresbericht 1994

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Es ergab sich, daß bei der geprüften Zwei 
kreiselkompaßanlage „Standard 20 plus“ der 
Firma Anschütz und Co. die Anzeigefehler auch 
bei schnellen Fahrtänderungen bis zu Geschwin 
digkeiten von 70 kn stets kleiner als ±2° bleiben. 
Bei schnellen Kursänderungen von bis zu 20° 
pro Sekunde blieben die Fehler unter ±3°. Damit 
sind die in den genannten IMO-Dokumenten auf 
gestellten Anforderungen erfüllt. 
Vorrichtung für elektronische 
Magnetkompasse zur Kompen- 
sierung der Kompaßfehlanzeigen, 
die durch den Einfluß von HGÜ- 
Kabeln (= Hochspannungs-Gleich 
stromübertragung) entstehen 
Zur Übertragung hoher elektrischer Leistun 
gen werden in zunehmendem Maße Kabel auf 
dem Meeresboden verlegt. Das von diesen aus 
gehende Magnetfeld bewirkt erhebliche Fehlan 
zeigen des Magnetkompasses von Schiffen in 
der Nähe des Kabels (bis zu 70°). Die Größe die 
ser Fehler hängt ab von der jeweiligen Strom 
stärke im Kabel, der Wassertiefe, dem seitlichen 
Abstand des Schiffes vom Kabel, der Kabelrich 
tung und der Erdfeldstärke. Diese Kompaßfehler 
können auf Schiffen, denen nur der Magnetkom 
paß für die Kursinformation zur Verfügung steht, 
zu erheblichen Querversatzwerten führen; in vie 
len Fällen verläßt das Schiff sogar völlig seine 
HGÜ-Kompensierung 
Sollbahn und folgt dem Kabel. Dadurch können 
Schiffskollisionen entstehen, (s. hierzu: Jahresbe 
richt 1992 des BSH und Fl.-Ft. Uhlig, R. Schulz: 
„Ablenkungen des Magnetkompasses . . . “, 
Dt. Flydrogr. Z. 45, 1993, Heft 5). 
In den Seekarten und den Nachrichten für 
Seefahrer wird empfohlen, das Kabel möglichst 
senkrecht zügig zu queren, um so die Versatz 
werte möglichst klein zu halten. Hierzu muß der 
Schiffsführung die richtige aktuelle Kursinforma 
tion zur Verfügung stehen. 
Um der Schiffsführung auch im Bereich der 
HGÜ-Kabel diese Kursinformation zur Verfügung 
zu stellen, wurde ein Verfahren entwickelt, bei 
dem aus den Meßwerten für die Längs- und die 
Querschiffskomponente des magnetischen Fel 
des - diese Werte werden bei handelsüblichen 
elektronischen Magnetkompassen gemessen; 
aus ihnen wird die Information über den anlie 
genden Kurs gewonnen - die notwendigen Kor 
rekturen elektronisch berechnet werden. Aus ih 
nen ergeben sich die gesuchten korrigierten 
Kurswerte. 
Bei der Anwendung des Verfahrens wird die 
Information über die jeweilige Kabelrichtung aus 
der Seekarte entnommen und - bei Aktivierung 
des Modus „Kabel queren” - in das Rechensy 
stem eingegeben. Die ebenfalls notwendige In 
formation über die Erdfeldstärke hat das System 
durch Mittelung über die Quadratsummen von 
Längs- und Querschiffsfeldstärken während der 
der Kabelquerung vorausgehenden „ungestör 
ten” Fahrt berechnet und gespeichert. Bei Akti 
vierung des Modus „Kabel queren“ gibt es diesen 
Wert in den Rechner ein.
	        
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