ECDIS
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Gesamtleistung, Zusammenfügen von Teil- da-
tenmengen aus unterschiedlichen Quellen, deren
Verteilung und Aktualisierung (ISSUS).
Als Erprobungsplattformen wurden je eine
Fähre in der Ostsee und in der Nordsee ausge
wählt, und zwar die MS Finnjet, die zwischen Tra
vemünde und Helsinki verkehrt, sowie die MS
Hamburg, die schon im ersten Projekt benutzt
worden war.
Die Koordinierung des Projektes liegt in den
Händen von ISSUS.
Für die Herstellung und Belieferung mit
ECDIS-Daten wurde von dem Ansatz ausgegan
gen, daß jeder hydrographische Dienst in den
Gebieten der Fahrtroute, für die er zuständig ist,
die Daten liefert. Daher wurde es auch notwen
dig, für das Projekt eine Projekt-Datenbank ein
zurichten, in der alle Daten einlaufen und kontrol
liert werden, und aus der Update-Daten generiert
werden. Diese Projekt-Datenbank wurde bei IS
SUS als dem Koordinator für das Projekt einge
richtet.
Leider erwies es sich, daß trotz guten Wil
lens nicht alle beteiligten hydrographischen
Dienste in der Lage waren, ECDIS-Daten im
IHO-Standard zur Verfügung zu stellen. Außer
vom BSH standen Daten vom finnischen (An
steuerung Helsinki) und vom britischen hydro
graphischen Dienst (Ansteuerung Harwich) zur
Verfügung; um nicht eine zu große Lücke in
der Ostseeroute der Finnjet entstehen zu las
sen, wurden mit Zustimmung des schwedi
schen hydrographischen Dienstes die dort feh
lenden Daten durch die Fa. SevenCs digitali
siert.
Für die Herstellung der Daten durch das BSH
wurde eine dem Projekt entsprechende Entwick
lungsumgebung geschaffen, bestehend aus der
Digitalisiersoftware CARIS der kanadischen Fa.
Universal Systems (USL), mit dem halbautomati
schen Vektorisierungsmodul SAMI und dem noch
in Entwicklung befindlichen Object-Manager
OBJMAN, der eine Voraussetzung für eine Daten
erzeugung gemäß IHO-Standard darstellt. Da die
USL-Software noch keine graphische Visualisie
rung der Daten ermöglicht, mußte die Software
durch das Produkt „Viewcell“ der Fa. SevenCs
GmbH ergänzt werden. Die Ablage der erfaßten
Daten erfolgte mit Hilfe des DBMS Ingres.
Insbesondere die Datenerfassung mit dem
Object-Manager verursachte erhebliche Pro
bleme; erst im Spätsommer 1994, nachdem das
BSH die Rolle eines Beta-Testers übernommen
hatte und dadurch die Entwicklung anhand
Vorab-Releases seinen Vorstellungen entspre
chend beeinflussen konnte, stand eine brauch
bare Version zur Verfügung, die auch die Gene
rierung des DX90-Codes gemäß IHO-Standard
ermöglichte.
Die vom BSH digitalisierten Gebiete sind
den Karten in Abb. 24 zu entnehmen. Die Erfas
sung thematischer Objekte entsprechend dem
IHO-Standard erforderte ein grundlegend ande
res Vorgehen als bei einer herkömmlichen fea-
ture-orientierten Datenerfassung (Erfassung der
graphischen Signaturen). Die objektbasierte Er
fassung digitalisiert nicht die graphischen Sym
bole einer Karte, sondern erfaßt die dahinterste
hende Information selbst und baut damit eine
(relationale) Datenbank auf. Bei der Erfassung