TEXTE Environmental Impacts of Exhaust Gas Cleaning Systems for Reduction of SOx on Ships — Analysis of status quo
Report compiled within the framework of the project ImpEx
Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht präsentiert einen Überblick zum Status quo von
Abgasreinigungsanlagen (EGCS, Exhaust Gas Cleaning Systems) mit besonderem Schwerpunkt
auf den umweltrelevanten Aspekten der Abwassereinleitungen. Er basiert auf einer
Literaturrecherche und deckt technische Aspekte, Marktanalysen, die rechtlichen
Rahmenbedingungen und aktuelle Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Thema ab.
Der Bericht wurde im Rahmen des Projektes ImpEx (AP1) erstellt.
Scrubber mit offenen (OL, open loop) und geschlossenen Systemen (CL, closed loop) sowie
hybride EGCS sind seit der Einführung internationaler Regelungen zur Reduktion der
Schwefelemissionen im Seeverkehr an Bord von Schiffen installiert worden. EGCS-Abwasser hat
einen sauren pH-Wert und enthält verschiedene Schadstoffe, wie Schwermetalle, polyzyklische
aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), Ölrückstände und Nitrat. Daher gibt es Bedenken
hinsichtlich der Auswirkungen dieser Emissionen auf die Meeresumwelt. Das Einleitvolumen
hängt von der Art des Systems ab und wird zum Beispiel in OL-Systemen besonders von der
Alkalinität des Umgebungswassers beeinflusst. In der Vergangenheit wurden gewöhnlich
durchschnittliche Durchflussmengen von 45 m*/MWh angegeben. Neuere Studien deuten jedoch
auf durchschnittliche Durchflussraten von etwa 90 m?/MWh.
Meldungen über genehmigte EGCS an Bord von Schiffen aus der GISIS (Global Integrated
Shipping Information System) Datenbank wurden verwendet und ergänzt, um eine
Datengrundlage zur aktuellen Marktdurchdringung dieser Technologie zu erstellen. Diese
Informationen wurden mit Marktanalysen verglichen, die von privaten Unternehmen
durchgeführt wurden. Aus der Marktanalyse geht hervor, dass derzeitig über 3.000 Schiffe mit
EGCS ausgerüstet sind, was mehr als 3,1% der weltweiten Flotte, aber 16,8% der weltweiten
Tragfähigkeit (DWT) entspricht. OL-Systeme dominieren den Markt (>80%), gefolgt von
hybriden Systemen (15%). EGCS waren anfangs v.a. in Fähren und Kreuzfahrtschiffen
vertreten, aktuell sind andere Schiffstypen, wie Massengutfrachter, Tanker und Containerschiffe
die Top-Anwender dieser Technologie.
Die aktuelle COVID-19-Pandemie hat Auswirkungen auf den weiteren Fortschritt von EGCS-
Installationen, was zu Unsicherheiten bei den kurzfristigen Marktschätzungen führt. Eine
Langzeitprognose zeigt bis 2050 einen Kraftstoffmarktanteil für Schweröl in Kombination mit
EGCS von 10%. Die tatsächliche Entwicklung von EGCS und anderen regelkonformen Lösungen
kann durch Fluktuationen der Kraftstoffpreise, Ungewissheiten bei der Kraftstoffnachfrage und -
verfügbarkeit, Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen (einschließlich der
Vorschriften für weitere Emissionen außer Schwefeloxide) und die Entwicklungen neuer
Technologien und Energieträger beeinflusst werden.
[m internationalen Kontext befassen sich die EGCS-Richtlinien der Internationalen
Seeschifffahrtsorganisation (IMO, International Maritime Organization) mit EGCS-Abwasser. Die
Richtlinien sind auch nacheuropäischem und deutschem Recht zu berücksichtigen. In mehreren
Häfen und Regionen weltweit wurden jedoch zusätzlich regionale und lokale Einschränkungen
für EGCS-Abwasser verabschiedet. In dieser Hinsicht wird derzeit im IMO Ausschuss zum Schutz
der Meeresumwelt (MEPC, Marine Environment Protection Committee) und seinem
Unterausschuss für die Verhütung und Bekämpfung der Umweltverschmutzung (PPR, Pollution
Prevention Response) an einer Harmonisierung der Regeln und Leitlinien für die Einleitung von
EGCS-Abwasser gearbeitet.
In diesem Zusammenhang wurden die EGCS-Richtlinien kürzlich überarbeitet, und die
überarbeitete Fassung ("2020 EGCS-Richtlinien") wird voraussichtlich auf der Sitzung 76 des
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