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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

570 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1916. 
Stillen Ozeans, mit ihren verstreuten Inseln als Stützpunkte, bieten ein für solche 
Untersuchungen unübertreffbares Feld. Die Oberflächen-Beobachtungen vom 
Ozean und die in den höheren Schichten der Atmosphäre sind in sich selbst 
wertvoll als Ergänzung zu den korrespondierenden Beobachtungen des Landes, 
außerdem bietet sich aber auch die Gelegenheit, von einer solchen Expedition 
Beobachtungen aus allen Breiten und Längen von dem größten der Ozeane zu 
erhalten, namentlich aus Gebieten, wo gute Beobachtungen fehlen, 
‚ Aus den aerologischen Beobachtungen an den Landstationen wissen wir, 
daß die Atmosphäre in zwei oder mehrere gut definierte Schichten angeordnet 
ist, aber über die Dimensionen der Schichten, über ihre Grenzen und über die 
Eigenschaften der verschiedenen Schichten sind wir noch ungenügend unter- 
richtet. Für das Studium dieser einzelnen Schichten gibt es kein geeigneteres 
Feld als den Stillen Ozean, über dessen weiter Fläche wir relativ einfache Ver- 
hältnisse antreffen müssen, während über den Landstationen je nach ihrer See- 
höhe und der Topographie ihrer Umgebung die großen Züge in der Schichtung 
leicht gestört erscheinen. Mittels der Registrierinstrumente, die wir Ballons 
mitgeben, sind leicht Aufzeichnungen über Temperatur und Feuchtigkeit in den 
einzelnen Höhen zu erhalten; unumgänglich notwendig ist es aber auch, den 
Weg des Ballons durch Peilungen von den Endpunkten einer passenden Basis zu 
verfolgen, um die Bewegungen der Schichten feststellen zu können. Dies ist 
eine der dringendsten Forderungen der Meteorologie, um die Zirkulation in den 
höheren Schichten der Atmosphäre kennen zu lernen und Ferreis Theorie über 
die Bewegung der Luft zu prüfen. 
Wenn auch das Hauptgewicht auf die aerologischen Arbeiten zu legen ist, 
so würde eine Erforschung des Stillen Ozeans auch die Gesamtheit der übrigen 
meteorologischen Phänomene in den Kreis ihrer Untersuchungen einzubeziehen 
haben, vor allem wären auch die Entstehung, die Entwicklung, das Fortschreiten 
und der Verfall der Taifune und ähnlicher Stürme zu studieren. W.Brennecke: 
3. Neue amerikanische Seehandbücher. Vom Hydrographischen Amte 
in Washington sind sechs Seehandbücher teils neu, teils in neuen Auflagen heraus- 
gegeben. Ihr Text ist, abgesehen von Änderungen und Ergänzungen, die durch 
neue Vermessungen oder durch sonstige neue Nachrichten geboten waren, im 
wesentlichen Wiedergabe des Textes der entsprechenden englischen Seehandbücher. 
AHerdings mit‘ dem Unterschiede, daß in den benutzten englischen Seehandbüchern 
die Kompaßrichtungen mißweisend in Graden von Nord oder Süd nach Ost oder 
West oder mißweisend in Strichen, in den amerikanischen Seehandbüchern da- 
gegen rechtweisend in Graden von 0 bis 360° gegeben sind, Daß bei der Um- 
rechnung ein Fehler unterlaufen kann, hat sich bei einer Stichprobe gezeigt, die 
weiter unten angeführt ist. 
Nummern und Titel der neuen Bücher sind die folgenden: 
1. H. O0. (hydrographic Office) Nr. 99. . Nova Scotia Pilot. Bay of 
Fundy, Coasts of Nova Scotia and Cape Breton Isld., 4. Aufl, Die amerikanischen 
Nachrichten für Seefahrer, N. t. M. H. O0. Wash., sind berücksichtigt bis ein- 
schließlich Nr. 52/1915. . . ; 
2. H. O0. Nr. 130. Central America and Mexico Pilot. (East Coast.) 
From Gallinas Point, Columbia to the Rio Grande, Diese Neuausgabe ersetzt 
H. O. Nr. 64, Gulf of Mexico and Caribbean Sea, Vol. II und berücksichtigt die 
N. t. M, H. O0. Wash. bis einschließlich Nr, 10/1916. . 
3. H. O. Nr. 165. Pacific Islands Pilot. Vol. I (neu). Das Handbuch 
umfaßt die Inseln und .Inselgruppen Neu-Kaledonien, die Loyalty-Inseln, Neu- 
Hebriden, Santa Cruz, die Salomon-Inseln, Neu-Mecklenburg, Neu-Pommern, . die 
Admiralitäts-Inseln, die Palau- und die Marschall-Inseln, die Karolinen und die 
Marianen, Die N. t. M. H. O0. Washington sind bis Nr. 3/1916 berücksichtigt. Eine 
Stichprobe ergab zufällig, daß auf S. 73 bei Ugo Bay eine Peilung mit 230° an-. 
gegeben ist, die das englische Seehandbuch Pacific Islands, Vol, II, .1908, S.. 238 
richtig mit S20°W angibt und, die unter Anbringung der Mißweisung. = 10° Ost. 
im amerikanischen Seehandbuche 210° heißen müßte.
	        
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