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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906.
and wird dabei dichter als die darunter liegende Schicht. Eine Vertikal-
zirkulation ist die Folge. Diese findet jedoch bereits in der geringen Tiefe
von etwa 55m ihre untere Grenze; , denn das darunter befindliche Wasser
hat trotz der höheren Temperatur wegen seines hohen Salzgehaltes eine
yrößere Dichte und wird also bei dem Austausch nicht oder doch nur sehr
wenig in Mitleidenschaft gezogen. Als Beispiel für die Schichtung der
spezifischen Gewichte möge Station 41 aus 1890 dienen, wo die Gesamttiefe
2172 m beträgt:
Metfe
"emp. Salzgeha : &
Temp alzgehalt nichte (s x j
Mn
SC
Oo!
22.3
.1 21.9
15,3 17,6
27.5 | 13.6
45.7 7.5
18.1
15.1
18.1
18.3
185.1
LOÖLL4
115
125
135
141
"Tiefe
mm
91.4
183
306
L646
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alzgeh.
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St
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22 |
8.7
89
91
19,1
21.4
22.0
294
1.0150
164
170
173
X Y ı
Eine Folge dieser mangelnden Zirkulation und zugleich ein Beweis
dafür ist der nach der Tiefe hin mehr und mehr zunehmende Gehalt an
Schwefelwasserstoff, der seine Entstehung der Verwesung und Fäulnis ab-
sinkender Leichen der verschiedenen, den oberen Schichten angehörigen
Lebewesen verdankt. Dr. Andrussow, dem die biologischen und geologischen
Untersuchungen der Expedition zufielen, gibt eine ausführliche Erklärung
dieser Verhältnisse in Verbindung mit einer Hypothese der Entstehung des
Schwarzen Meeres. Doch würde eine Wiedergabe seiner interessanten Aus-
führungen, die hier nur so weit in Betracht kommen, als sie für die Begrenzung
des Ober- und Unterstromes Bedeutung haben, uns zu weit von unserem
Thema abführen.!)
Noch ein Wort über die Ursachen der vorerwähnten Doppelströmung
im Bosporus und Marmarameer! Das Wasser des Mittelmeeres hat eine
wesentlich größere Dichte als dasjenige des Schwarzen Meeres, nämlich etwa
1.0285 für die in Betracht kommende Deckschicht, während die Dichte des
Schwarzen Meeres für diese Schicht 1.0132 ist. Es herrscht also in einer in
der Tiefe gelegenen Niveaufläche dort ein größerer Druck als hier. Dieser
Überdruck nun bedingt die vorher beschriebene Strömung in den Verbindungs-
gyewässern. Der Oberstrom wird noch durch den Überschuß an Wasser ver-
stärkt, über den das Schwarze Meer infolge der Einmündung zahlreicher
wasserreicher Flüsse und einer im Vergleich zum Mittelmeer geringen Ver-
dunstung verfügt. Daß der Süßwasserzufluß von bedeutendem Einfluß ist,
läßt sich schon daraus schließen, daß am Ende des Sommers, während welcher
Jahreszeit die in Betracht kommenden Flüsse weniger Wasser spenden, auch
der Oberflächenstrom im Bosporus an Stärke abnimmt,
Wir gehen nach‘ Festlegung der Grenzfläche zur Berechnung der
Dichtigkeitsfläche über. Von einer beliebig angenommenen sogenannten
Normalstation ausgehend, berechnet Mohn die Höhe, die die Meeresoberfläche
an den verschiedenen Orten über der durch die Normalstation als Nullpunkt
gelegten Niveaufläche hat, nach folgender Formel:
(1+%bh)-h
Ih eos 2g) (AL bh) 0 D-
Hierin bedeutet h den Abstand der Grenzfläche von der Oberfläche, in unserem
Fall also 55 m, X, bzw. X die Durchschnittsdichte der oberen 55 m an der
Normalstation beziehungsweise den Einzelstationen; g@ ist die geographische
Breite und ß die Umdrehungskonstante der Erde gleich 0.00259. Der Faktor
aA wird im vorliegenden Fall gleich 0.999996 und kann daher ver-
nachlässigt werden. Die Formel nimmt alsdann die einfachere Gestalt an:
dh — h . 2. za
SZ 1—8cos2 0
‚ Val. Woeikow: Die Tiefseeforschungen im Schwarzen Meere im Jahre 1890. »Pet, Mitt.« 1891.