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Full text: Das UN-Seerechtsübereinkommen tritt in Kraft (BSH-Berichte, Nr. 4)

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schungsschiff und unter nicht unerheblichen Kostenerstattungen an die russi 
sche Seite die große Laptew-Meer-Expedition der Polarstern statt. Die Finanzie 
rung durch das Alfred-Wegener-Institut für die beiden EPOS hatte sich als eine 
Investition in die Zukunft gelohnt. Die russischen Bereiche des Nordpolarmeeres 
stehen uns jetzt ziemlich offen. 
Sieht man vom Sonderfall des deutsch-deutschen Kontaktverbotes ab, hat es in 
der Ostseeforschung immer eine relativ enge Zusammenarbeit gegeben. Die 
Helsinki- und Warschau-Konventionen auf dem Gebiet der Meeresverschmut 
zung und der Fischerei, der Internationale Rat für Meeresforschung und zwei 
nicht-staatliche Zusammenschlüsse (BMB, CBO) boten dafür geeignete Rah 
men, sicherten aber nicht den vollen Datenaustausch und die freie Beweglich 
keit der Forschungsschiffe. Bald nach Gründung des Instituts für Ostseefor 
schung als Nachfolger des Instituts für Meereskunde und nach dem politischen 
Umbruch in der Sowjetunion unternahmen wir mit dem Warnemünder For 
schungsschiff "Alexander von Humboldt" eine Good-Will-Tour zu allen marinen 
Forschungsplätzen von Danzig bis St. Petersburg. Materielle Unterstützung der 
besuchten Institute und Einladungen an einige ihrer Wissenschaftler folgten als 
Vorstufe zu mehreren teils aus deutschen Mitteln, teils aus Zuwendungen der 
Europäischen Kommission und der European Science Foundation finanzierten 
Workshops in Warnemünde. Sie dienen der Planung und Durchführung von 
zwei Gemeinschaftsunternehmen in der Oderbucht und im Gotlandbecken und 
der generellen Planung eines umfassenden Forschungsprogrammes für die 
Ostsee. 
Aber das gute Klima im Bereich der Ostseeforschung beseitigt noch nicht die 
großen administrativen Hindernisse. Das Baltic Monitoring Programme (BMP) 
der HELCOM erfordert eine enge internationale Abstimmung und Zusammenar 
beit. Hier wirken die unterschiedlichen und teilweise langen Genehmigungsfri 
sten (zwischen 4 Wochen und 6 Monaten) der Küstenstaaten hemmend. 
HELCOM (unterstützt durch ICES und CBO) versuchte vergeblich einheitliche 
und verkürzte Verfahren oder jährliche Pauschalgenehmigungen zu erreichen. 
Besonders kritisch wird die Genehmigungsproblematik im Falle ungewöhnlicher 
Ereignisse, wie Massenentwicklungen toxischer Algen, extreme Sauerstoffman 
gelsituationen, Salzwassereinbrüche oder Schiffshavarien. Schnell durchge 
führte Meßfahrten, Überwachungsaktivitäten zur Schadens- und Zustandserhe 
bung sowie zur Einleitung von Schutz- und Sanierungsmaßnahmen müssen sich 
in diesem Fall auf die eigene EEZ beschränken. Speziell für "ungewöhnliche" 
Ereignisse sollten unbürokratische Möglichkeiten zur grenzüberschreitenden
	        
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