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1. Größere Planungsssicherheit für Expeditionen, weil alle Länder fremden
Forschungsarbeiten in den EEZ zuzustimmen hätten, wenn nicht massive
ökonomische oder sicherheitspolitische Gründe dagegen sprechen. Diese
Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Es haben sich aber inzwischen auf beiden
Seiten rationellere Verfahrensmodalitäten entwickelt und man weiß jetzt,
wie schwierig, langwierig und risi ko behaftet die Modalitäten in den einzel
nen Ländern sind. Das "uniform research regime" für alle Küstenstaaten ist
aufgrund der Vielfalt der nationalen Bürokratien erwartungsgemäß Utopie
geblieben.
2. Man hatte große Hoffnung in die Klauseln hinsichtlich von Pauschalgeneh
migungen für internationale Gemeinschaftsvorhaben gesetzt. Dies hat sich
kaum bewahrheitet, teilweise weil die nationalen Genehmigungsbehörden
und die Planungsinstanzen für wissenschaftliche Expeditionen unterschied
lichen Ministerien angehören. Auch haben die IOC und ihre regionalen Un
terorganisationen hier nicht genug Einfluß entwickelt.
3. Durch den Zwang zu mehr Kontakt und Austausch sollte die Meeresfor
schung in der Dritten Welt gestärkt werden. Dies ist teilweise erfolgt - die
vor fremden Küsten forschenden Industriestaaten haben ihre diesbezügli
chen Unterstützungsprogramme ausgebaut. Die Wissenschaftler mancher
Küstenstaaten wurden mehr als bisher in die Forschung einbezogen - dazu
gab es auch Stipendien etc.
Ich hatte 1980 eine Reihe von Konsequenzen der neuen Seerechtsbestimmun
gen für die deutsche Meeresforschung vorausgesagt und einige Forderungen
gestellt.
Ich prognostizierte
1. Die deutsche Meeresforschung wird sich auf graphische und methodische
Freiräume konzentrieren: Offener Ozean, Antarktis, Arbeiten vor der Haus
tür, d.h. in der Deutschen Bucht und vor der deutschen Ostseeküste, theo
retische Arbeiten in Form von Modellierungen und Fernerkundung. Alles
dies ist tatsächlich eingetreten.
2. Die Kooperation mit Langküstenstaaten, besonders USA wird schrumpfen,
weil diese vor allem vor eigenen Küsten forschen müssen und weniger an