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Die Verhandlungen über die Lösung der Probleme des
Tiefseebergbauteils des SRÜ aus der Sicht der
deutschen Delegation
von Joachim Koch
I.
Das vorläufige Ergebnis der Bemühungen des VN-Generalsekretärs, zu einer
universellen Annehmbarkeit des VN-Seerechtsübereinkommens (SRÜ) zu
kommen und damit die Voraussetzungen für eine universelle Mitgliedschaft im
SRÜ unter Einschluß der Industrieländer (IL) zu schaffen, kann nur auf der
Basis der bisherigen Entwicklung angemessen beurteilt werden. Deshalb ist ein
kurzer Rückblick notwendig auf
- den Ausgang der 3. VN-Seerechtskonferenz, die von 1973 - 1982 tagte
- die Reaktion auf ihr Ergebnis und
- die Entwicklung in der Vorbereitungskommission für die Internationale Mee
resbodenbehörde und den Internationalen Seegerichtshof (VK), die seit 1983
jährlich zweimal tagt.
1. Der 3. VN-Seerechtskonferenz gelang es, bei allen Teilen des SRÜ mit einer
Ausnahme zu einem formalen Konsens zu kommen. Diese Ausnahme bilden die
Vorschriften des Tiefseebergbauregimes im Teil XI des SRÜ und seiner An
hänge III und IV. Die westlichen Tiefseebergbaustaaten hatten schwerwiegende
Bedenken gegen wichtige Vorschriften dieses Teils. Sie haben ihre Änderungs
vorschläge während der letzten Tagung der VN-Seerechtskonferenz am 3. April
1982 schriftlich unterbreitet. Darüber ist jedoch nicht mehr im eigentlichen Sinne
verhandelt worden. Am 30. April 1982 kam es zur Beschlußfassung. Die USA
haben dabei eine namentliche Abstimmung verlangt. Neben 130 Ja-Stimmen
gab es 4 Nein-Stimmen, darunter die USA, und 17 Enthaltungen, von denen 7
von EG-Staaten kamen. Eine weitere Konsequenz dieses Ergebnisses war, daß
USA, GB und D die Zeichnung des SRÜ ablehnten. Bei der Entscheidung des
Bundeskabinetts bestand Einvernehmen, daß die Bestimmungen des SRÜ über
den Tiefseebergbau auf schwerwiegende ordnungspolitische Bedenken stoßen
und in dieser Form von der Bundesregierung nicht mitgetragen werden können.
Unterschiedliche Auffassungen bestanden nur darüber, auf welche Weise
Verbesserungen dieser Bestimmungen erreicht werden können.