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sten Meeren insofern abgeriegelt.
Dies sind das Mittelmeer mit wertmäßig fast 50 % des deutschen Seehandels,
das Rote Meer, der Persische Golf, Südostasien (mit rund 30 %), der Golf von
Mexiko (bis zu 10 %) - zusammen ca. 85 % des deutschen Überseehandels.
Das SRÜ verbürgt in den Artikeln 37 ff. für die freie Schiffahrt und den Überflug
eine zuvor nicht gekannte Rechtsposition, gleichsam ein Surrogat der weichenden
Verkehrsfreiheit der Hohen See, nämlich das Recht der Transitdurchfahrt.
Es erstreckt sich auch auf die küstennahen 3 sm-Gewässer, ist - von Art. 233
SRÜ abgesehen - selbst bei Verkehrsverstößen gegeben, unaufhebbar und wird
vor dem Seegerichtshof einklagbar. Gegen Ende der 80er Jahre haben wichtige
Meerengenstaaten - Bulgarien, die Türkei, die Sowjetunion - Teile ihrer Küstenmeerherrschaft
über die durchfahrende Schiffahrt unter Bezugnahme auf das
SRÜ entsprechend zurückgenommen. Dem Europäischen Parlament, das für
eine Meerenge wie die Straße von Bonifacio die einseitige Aussperrung bestimmter
Schiffskategorien fordert 59 , wird nach seiner Neuwahl die wichtige
Rolle der SRÜ-Meerengenregelung erneut vor Augen geführt werden müssen.
Neuntens: Das SRÜ sprengt den seit Jahrzehnten betriebenen küstenstaatlichen
Abschluß riesiger Hohe See-Gebiete durch die Einführung eines neuartigen
gerichtlich überprüfbaren Rechtsregimes für Archipel-Staaten, die Archipel-Gewässer
im Sinne des SRÜ beanspruchen. Indonesien und die Philippinen,
beides künftige SRÜ-Staaten, werden durch die Einräumung von Schiffahrtsund
Überflug rechten im Sinne der unaufhebbarenArchipel-Seewegpassage für
Flugzeuge und Schiffe - einschließlich getauchter Kriegsschiffe - die Klassifizierung
ihrer Archipel-Gewässer als "souveräne" bzw. "innere" Gewässer auf
Dauer zu relativieren haben. Von deutscher und anderer Seite wird betont, daß
dort, wo die internationale Schiffahrt und Luftfahrt normalerweise Verkehrsrouten
durch Archipel-Gewässer in Anspruch nehmen, das Transitrecht nicht von
der Bezeichnung oder Zuweisung bestimmter Wege seitens des Archipel-Staates
abhängt.
Mit dem SRÜ ist zugleich das von 11 Staaten - zumeist Industrieländern -
während der III. Seerechtskonferenz eingebrachte Konzept abgewehrt, Gewässer
zwischen Inseln auch dort als Archipel-Gewässer zu vereinnahmen, wo
diese Inseln - wie etwa in Indien, Spanien, Kanada - Teil eines Festlandstaats
sind.
59 "formal ban" - Entschließung des EP vom 20.1.1994.