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hangabwärtß gerichteten Transport von feinkörnigem Sediment ist
das Material auf den Bergen relativ grobkörnig.
Hangrutsche treten nur lokal auf. Ihr Beitrag zur Verfüllung der
Tiefsee-Senken scheint aber eher gering zu sein. Auf den
Höhenzügen und Bergen können sie lokal begrenzt mehrere Zehner
meter mächtige Sedimentdecken entfernen.
Die jüngere sedimentäre Geschichte des NOAMP-Gebietes wird
maßgeblich von den wechselnden Klimaten auf der Nordhalbkugel der
Erde bestimmt. Mit dem Wechsel von Warm- und Kaltzeiten werden
alternierend kalkige und mergelige Sedimente abgelagert.
Warmzeitliche Sedimente sind Kalke aus den Skeletten des Zoo- und
Phytoplanktons (Foraminiferen und Coccolithophoriden) und einem
geringen Anteil von Tonmineralen. Während der gemäßigteren
Klimaabschnitten ist das Tiefenwasser stärker bewegt. Der
gesamte Wasserkörper wird vermutlich häufiger von Wasserwirbeln
(Eddies) durchwandert, die respiratives Kohlendioxid entfernen
und Sauerstoff nachliefern. Taylor-Säulen sind sehr aktiv.
Kaltzeitliche Sedimente bestehen in der Regel aus sandig-tonigen
Mergeln. Im Rhythmus von ca. 11.000 Jahre wird über einen
Zeitraum von mehreren 100 bis 1000 Jahre mit Treibeis und
Eisbergen silikatisches Sediment von den nordwes tatlantischen
Kontinenten herantransportiert und mit der pelagischen Kalksedi
mentation vermischt. Der letzte kühle Klimaabschnitt war
vermutlich die Kleine Eiszeit (1400 bis 1850 n. Chr.), in der
Eisberge bis auf die Höhe der Azoren drifteten und kontinentales
Sediment über dem NOAMP- Gebiet verloren. Während der Kaltzeiten
herrschen im Oberflächenwasser des NOAMP-Gebietes öfterß
subpolare bis polare Verhältnisse vor. Im bodennahen Wasser sind
Strömungen relativ schwach, Die Sauerstoffgehalte sind niedrig.
Der verminderte Abtransport von respirativem Kohlendioxid führt
zur Kalklösung im Bodenwasser. In den obersten 20 bis 30 cm des
Sedimentes kristallisiert dann häufig Dolomit in den Porenräumen
aus.
Mit der periodischen Eisdrift auf dem Nordost-Atlantik ist
mittelbar die Anlieferung von turbiditischem Sediment durch das
Maury-Channel-Suspensionsstrom-System verbunden. Die Suspen-
sionsstöme haben ihren Ursprung am isländischen Inselsockel.
Auslöser für diese voluminösen Trübeströme sind wahrscheinlich
größere Meeresspiegelabsenkungen während sehr kalter Klimaperio
den. Dabei werden vom Festlandseis verstärkt Sedimentmassen am
oberen Inselsockel abgelagert, die beim Überschreiten des
kritischen Böschungswinkels ins Gleiten geraten. Auf dem Weg
durch das zentrale NOAMP-Gebiet erodieren die Suspensionsströme
in ihrem Hauptkanal bis zu 30 m tiefe und 5 sm breite Rinnen, die
nur teilweise wieder mit aus der Suspension sedimentierten Sanden
verfüllt werden. In den vom Hauptkanal abzweigenden Seitentälern
wird beim Durchgang eines Suspensionsstromes weniger erodiert,
dafür aber viel feinkörniges Material abgelagert.
Durch die Periodizität der Eisdrift im Mordost-Atlantik (gebunden
an die halbe Phase der Präzession = 11.000 t 1000 J.) steht im
Sediment ein genetisches Zeitraster für die Einbidung der
gegenwärtigen Sedimentationsverhältnisse in den bisherigen Ablauf