accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Westeuropäischen Tiefsee

- 46 - 
Jahre-Hori20111;, der zweite liegt etwa bei etwa 17.000 J.v.h., der 
dritte bei etwa 37.000 J.v.h., der vierte bei etwa 45.000 J.v.h., 
der fünfte bei etwa 93.000 J.v.h, der sechste ist nicht sicher 
einzuordnen. 
Die unmittelbare seitliche Nähe der Eisdrift-Ereignisse läßt auf 
einen klimatischen Hintergrund bei der Auslösung von Suspen- 
sionsströmen im nordostatlantischen Maury-Turbidit-System 
schließen. Die Akkumulation von Eis auf den Kontinenten, die auch 
zu einer vergrößerten Produktion von Eisbergen führte, bewirkte 
eine Absenkung des Meeresspiegels um mehrere Zehnermeter. Der 
sinkende Meeresspiegel verlagerte dabei Sehelfsedimente über die 
Schelfkante hinweg auf den oberen Kontinentalhang. Durch 
Übersteilung der Böschungswinkel wurden diese Hänge vermutlich 
instabil und gerieten ins Gleiten, was letztendlich der Auslöser 
für einen Suspensionsstrom war. Da am südöstlichen Ineeisockel 
von Island, der das llrsprungsgebiet der Turbidite im Maury-System 
ist, permanent vom Eis auf der Insel erodiertes Sediment 
abgelagert wird (beim Flug von Europa nach Reykjavik überquert 
man die riesige Schlammfahne des Vatnajökull-Gletschers, der die 
Hauptmenge des Sediments liefern dürfte), sollte ausreichend 
Material für die mächtigen Suspensionsströme zur Verfügung 
stehen. Während der Kaltzeiten dürfte dieser Prozeß eher noch 
stärker als heute gewesen sein, da die eisbedeckten Flächen 
größer waren. 
Der relativ große zeitliche Abßtand des zweiten Turbidits von den 
Eisdriftlagen läßt sich mit dem Zeitpunkt der maximalen Meeres- 
spiegeLabsenkung erklären, die um 18.000 J.v.h. lag. Somit steht 
dieses Suspensionsstromereignis ebenfalls in einem engen 
Zusammenhang mit einer Meeresspiegelabsenkung. 
Das Fehlen von Turbiditen zwischen 50.000 und 90.000 J.v.h. 
könnte in einer zu geringen Anhäufung von Sedimenten am Insel 
sockel begründet sein, so daß eventuell doch abgegangene Suspen- 
sionsströme zu klein waren, um das NOAMP-Gebiet zu erreichen. Der 
an der Basis des Kerns durchteufte Turbidit war nicht zu 
datieren, da die pelagische Abfolge in seinem Hangenden nicht 
eindeutig einzuetufen war. 
3.5.3.4 Mineralneubildungen (Diagenese) 
Die bodenmechanischen Untersuchungen (Wassergehalt, Porosität, 
etc.) ergaben in den obersten vier Eisdrifthorizonten anomale 
Werte, wie sie normalerweise nur in kompaktierten oder vorbelas 
teten Sedimenten Vorkommen. Beides, Kompaktion und Vorbelastung, 
ist aber für diese Horizonte auszuschließen. 
Die röntgenographische Ermittlung des Mineralbestandes ergab dann 
hohe Dolomit-Gehalte (CaMg(CQ3)2). Bei einer Dünnschliffun- 
tersuchung zeigte sich, daß der Dolomit in feinkörniger Form den 
Porenraum verfüllt hat. Es handelt sich somit um eine diagene- 
tische Mineralneubildung, die nach oder während der Ablagerung 
der Eisdriftsedimente im Verla' ?. der Hauptphase der Weichseleis- 
zeit stattgefunden hat.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.