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durchgeführt. Der Mineralbestarid und die Zusammensetzung der
Grobkornfraktion wurden im DHI untersucht.
8.5.3 Ergebnisse
8.5.3.1 Alterseinstufungen
Der 9 m lange Kern Me69-17 von der Westspitze des Dreizacks
sollte als Referenzkern dienen, da er augenscheinlich eine unge
störte Sedimentabfolge enthielt (Abb.10). Zur Datierung wurden
die Verhältnisse der stabilen Sauerstoff- und KohlenstoffIsotope
in den Kalkgehäusen von benthischen (Pyrgo murrhenia) und
planktonischen (Globigerina bulloides) Foraminiferen gemessen.
Das Isotopenprofil ist mit. bekannten Abfolgen bis ca 130.000
Jahre vor heute vergleichbar (entsprechend 3 m Kerntiefe), die
restlichen 6 m lassen sich aber nicht mehr einstufen. Eine
Neudatierung über die Zusammensetzung des kalkigen Nanoplanktons
(Coccolithen) und die Magnetisierungsrichtungen (Magnetostrati
graphie) im Kern ergaben an der Basis ein Alter von etwa 3,1
Millionen Jahre (Grenzbereich Önter-/Ober-Pliozän). Außerdem
fehlt sicher der Zeitabschnitt 150.000 bis 900.000 J.v.h..
Die Sedimentabfolge ist in diesem Kern somit unvollständig und
als Referenz nicht geeignet. Weiterhin zeigte sich, daß die
sicher identifizierbaren Marken der relativ genauen Sauerstoff-
isotopen-Methode zeitlich noch zu weit auseinander liegen, womit
sich diese klassische Datierungsmethode als wenig hilfreich zum
Erreichen des Teilziels erwies.
Völlig überraschend ließ sich dann mit Hilfe der Grobfraktions
analyse eine neue Datierungsmethode entwickeln, die in ihrer
Genauigkeit und in der Anzahl der Zeitmarken alle bisherigen
relativen Methoden wie die oben genannten übertrifft. Ihre
Anwendbarkeit ist bis 130.000 J.v.h. nachgewiesen.
In der Grobfraktionsanalyse werden die Arten der Sedimentpartikel
in der Korngrößenfraktion > 180 um bestimmt und deren prozentuale
Verteilung ermittelt. Da6 grobkörnige pelagische Sediment im
NOAMP-Gebiet besteht zu wechselnden Anteilen aus planktonischen
Foraminiferen und kontinentalem Eisdrift-Detritus. Letzteres
besteht zu über 80 % aus Quarzkörnern. Bei der Zählung der
Foraminiferen wurden nur die Arten Neogloboquadrlna pachy-
derjna{e) , Glogigerina bulloides, Orbullna iwlversa, Globorotalia
Inf lata, G. truncatullnoldes, G. hirsuta und G. scitula berück
sichtigt. N. pachyderma (s) ist typisch für den polaren Klimabe
reich (Wassertemperaturen <2°C), G. inflata für den gemäßigten
Bereich (Wassertemperatur 10° bis 18°C) und G. truncatullnoldes
für den subtropischen Bereich (Wassertemperaturen >18°C). Diese
drei Arten sind bei der Auswertung von Interesse.
Im Kern Me69-17 wurde nach jedem dritten Zentimeter eine Probe
genommen und gezählt. Bei einer für den Nordost-Atlantik ange
nommenen Sedimentakkumulationsrate von 2 cm/1000 Jahre bedeutet
dies alle 1500 Jahre eine Information. Für die letzten 130.000
Jahre (bis zur Grenze Saale-Eiszeit/Eem-Warmzeit; Sauerstoffiso-