accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Westeuropäischen Tiefsee

- 36 - 
8.5 Ablagerungsgeechichte 
8.5.1 Allgemeine Einführung 
Die Zusammensetzung der Sedimente ist weitgehend von den klima 
tischen Verhältnissen auf der Erde bestimmt. Dementsprechend 
unterliegen auch die Sedimentationsprozesse der klimatischen 
Steuerung (vgl. 8.3.1). Die Faktoren, die Veränderungen im ir 
dischen Klima verursachen, bewirken auch die Veränderungen in 
der Ablagerungsgeschichte. Die Aufschlüsselung der Ablagerungs 
geschichte des NQAMP-Gebietes ist also auch eine Beschäftigung 
mit der Klimageschichte des Nordost-Atlantiks. 
Klimaveränderungen werden von den Orbitalparametern der Erde, 
nämlich Präzession, Schiefe der Ekliptik und Exzentrizität, 
verursacht. Deren Perioden sind ca. 21.000 Jahre, ca. 41.000 J. 
und ca. 100.000 J.. Ihre klimatischen Wirkungsweisen sind vom 
Milankovitch (1930) beschrieben worden. In ihrer Überlagerung 
entscheiden die Orbitalparameter Uber das Entstehen von Eiszeiten 
und Warmzeiten. Klimatische Kontraste bilden sich immer dann, 
wenn ein einzelner Parameter sich in einer seiner beiden 
Extrempositionen befindet. Treten solche Positionen von zwei 
oder allen drei Parametern gleichzeitig auf, dann sind Klima 
schwankungen extrem und deshalb gut im Sediment zu identifizie 
ren. Dies war in den letzten 150.000 Jahren der Erdgeschichte für 
Präzession und Schiefe der Ekliptik der Fall. 
Aus der Zyklizität der Abläufe stellt sich die Frage, ob es in 
der geologischen Vergangenheit eine klimatische Situation gab, 
die der heutigen vergleichbar ist. Im Verein mit einer guten 
Datierung sollte dann der Ablauf der Sedimentationsprosesse, 
einschließlich der Su6pensionsstrom-Ereignisse, einigermaßen gut 
zu rekonstruieren sein. 
8.5.2 Probennahme und -Verarbeitung 
Das Probenmaterial wurde mit dem Kolbenlot gewonnen. Nach an 
fänglicher Unkenntnis der Sedimentkonsistenz wurde auf der Expe 
dition Meteor 68 nur mir einer Rohrlänge von 6 m gearbeitet. 
Während Meteor 69 wurde ausschließlich ein 12 m - Rohr verwendet. 
Für die Fahrten Polarstern 08 und Meteor 01 wurde das Lot auf 
eine Rohrlänge von 24 m umgerüstet, um ausreichend lange 
Sedimentabfolgen beproben zu können. Die Kerne wurden im 
wesentlichen auf dem Dreizack und in der ihn umgebenden Ebene 
gesogen, um den Einfluß des Reliefs eleminieren zu können 
(Abb.9). 
Die Kerne wurden im Geologischen Institut der Universität Göt 
tingen geöffnet, beschrieben und sedimentologisch untersucht 
(Abschlußbericht Göttingen; Dipl.Arbeiten). Relativalter-Datie 
rungen (stabile Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope, paläomag- 
neti8che und mikropaläontologische Stratigraphie) an zwei Kernen 
vom Dreizack wurden im Geologischen Institut der ETH Zürich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.