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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Westeuropäischen Tiefsee

Tälern geschnitten. Die etwa 10 sm breiten Rücken erheben sich im 
Mittel 400 - 500 m über die ebenso breiten Senken. Gelegentlich 
sind ihnen deutlich höhere Tiefseeberge aufgesetzt. 
Die Weite der beiden W-E - streichenden Täler (bei 47°25'N und 
47°40 N) schwankt zwischen 10 und 20 sm. Die südliche der beiden 
Senken besitzt sehr steile Flanken und ist in mehrere Einzel 
becken mit durchschnittlich 4800 m Wassertiefe untergliedert, von 
denen das Lysoloch mit 4950 m das tiefste ist. 
Das nördliche Quertal hingegen bildet eine etwa 120 sm lange 
schiefe Ebene mit 4300 m Wassertiefe im Westen und 4600 m im 
Osten. Sie liegt damit im Mittel 400 m höher als ihr südliches 
Pendant. 
Aussagen über da6 Mikrorelief waren aus den sedimentechographi 
schen Kartierungen im Zentralgebiet zu erhalten (Abb.2). Die 
Rücken haben in der Regel eine buckelige Oberfläche mit Buckel 
höhen bis zu 10 m und Weiten um 300 m. Das Mikrorelief der 
Tiefseeberge ist vermutlich schroffer als aus den bathymetrischen 
Kartendarstellung hervorgeht. Bei Stationsarbeiten auf dem 
Tiefseeberg "Dreizack’' in der Mitte des Zentralgebietes waren 
gelegentlich sehr schmale, bis 120 m tiefe Schluchten gelotet 
worden. In den Senken und Tälern ist der Boden nahezu eben. Die 
Achse des nördlichen W - E • -Tales wird auf beiden Seiten im 
Abstand von wenigen Kilometern von einer flachen, wenige Meter 
hohen Böschung begleitet. 
8.2 Morphogenese 
8.2.1 Allgemeine Einführung 
Die Entstehung des Tiefsee-Reliefs ist primär auf vulkanische 
und magmatektonische Vorgänge bei der Neubildung ozeanischer 
Kruste an der Achse des Mittelatlantischen Rücken (MAR) zurückzu 
führen. Von der Achse driftet die neugebildete Kruste im 
Ostatlantik mit einer Geschwindigkeit von 2 cm/Jahr in Richtung 
der Kontinente. Die abgekühlte junge Basaltkruste zerbricht 
vermutlich noch im zentralen Rückenbereich in achsenparallele, 
treppenstufenartige Schollen, die sich später zu einem Graben- 
und Horstsystem verschieben. Senkrecht zum MAR verlaufende 
Transform-Verwerfungen schneiden als Bruchzonen tief in die 
Basaltkruste ein. Diese Bruchzonen können tektonisch sehr aktiv 
sein . 
Der driftende Ozeanboden wird sukzessive mit Sediment bedeckt. 
Mit zunehmender Entfernung vom MAR vergrößert sich die Sediment 
bedeckung, bis in Kontinentnähe das Relief völlig aufgefüllt ist 
und sich zu einer Tiefsee-Ebene entwickelt hat. Aufgrund von 
lateraler Sedimentzufuhr durch Suspensionsströme und Hangrutsche 
sind die Talfüllungen zumeist weitaus mächtiger als die Sediment 
auflagen der Berge.
	        
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