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Full text: Geologisch-geomorphologische Untersuchungen in der Westeuropäischen Tiefsee

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5.3 Oberflächensedimente 
Art und großräumige Verteilung der Oberflächensedimenttypen des 
im Nordost-Atlantiks ist weitgehend bekannt (Emery & Uchupi, 
1984). Als erstes war die Frage zu klären, ob Abhängigkeiten 
zwischen Relief und Sedimenttyp bestehen. Weiterhin sollte 
festgestellt werden, inwieweit die Oberflächensedimente mit den 
heutigen hydrographischen Umweltverhältnissen im Gleichgewicht 
stehen. Hier sollte das wichtigste Unterziel sein, den Einfluß 
des bodennahen und des resuspensiven Sedimenttransportes zu 
ermitteln. 
5.4 Gravitative Hassenverlagerungen 
Untermeerische Hangrutsche und Suspensionsströme (turbidity 
currents) sind diejenigen Prozesse, die Abfallbehälter zerstören, 
transportieren oder begraben können. Auf Hangrutsche zurückzufüh 
rende lokale Suspeneionsstrom -Ereignisse waren im benachbarten 
NEA-Versenkungsgebiet in Sedimentkernen festgestellt worden. 
Hinweise auf Einflüsse aus dem nordostatlantischen Maury-Chan- 
nel-Turbiditsystem, das seinen Ursprung am isländischen Insel- 
sockel hat und bis an den nordiberischen Kontinentalhang reicht, 
fanden sich dort nicht. Nach Literaturhinweisen war jedoch im 
NOAMP-Gebiet damit zu rechnen. 
5.5 Zeitliches Verhalten des Risikopotentials 
Aussagen Uber die Persistenz oder zukünftige Veränderungen im 
Sedimentat ionsgeschehen sind durch die meeresgeologische 
Grundlagenforschung der letzten 20 Jahre machbarer geworden. Die 
Steuerungsmechanismen der Sedimentation sind weitgehend erkannt, 
ebenso in den Grundzügen ihre Auswirkungen auf den Ozean. Motor 
der Abläufe im Ozean ist das Zusammenspiel der orbitalen 
Bahnparameter der Erde (Präzession, Exzentrizität, Schiefe der 
Ekliptik) mit seinen Auswirkungen auf das Klima. Aufgrund der 
Zyklizität der Orbitalparameter wiederholen sich klimaabhängige 
Prozesse wie z. B. die Sedimentationvorgänge im Ozean, mit einer 
bestimmten Systematik. 
Dies eröffnet die Möglichkeit, in der jüngeren geologischen 
Geschichte des NOAMP-Gebietes nach fossilen Parallelen der 
Gegenwart zu suchen und eventuell Hinweise auf die zeitliche 
Entwicklung geologischer Risiken für die Schadstoffeinbringung zu 
erlangen. Die Bekonstruktion der Ablagerungsgeschichte bildet 
deshalb die Grundlage zur Beantwortung dieser wichtigen Frage.
	        
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