2ur Verfügung. Langandauernde Kaltzeiten von mehreren tausend
Jahren Dauer sind mit den Präzessionswinkel tc=90° verbunden
(Sommerinsolationsminima; mit im Mittel langen, kühlen Sommern
und kurzen, milden Wintern). Kürzere Kaltseiten von mehreren
hundert Jahren Dauer sind an den Präzessionswinkel Tt=270°
geknüpft (Winterinsolationsminima; mit im Mittel kurzen, warmen
Sommern und langen, kalten Wintern). Das letzte astronomische
Sommerinsolationsminimum war um 1350 n. Chr. und hat vermutlich
die Eißdrift während der Kleinen Eiszeit verursacht. Da die
Eisakkumulation in dieser Zeit nicht zu einer markanten Absenkung
des Meeresspiegels geführt hat, war auch nicht mit der Auslösung
von großen Suspensionsströmen zu rechnen.
Für die Voraussage der langfristigen Entwicklung der Sedimenta
tion im Nordost-Atlantiks gewinnt die anthropogene Beeinflußung
des Atmosphärenklimas an Bedeutung. Eine länger andauernde
Abkühlung, wie sie als Auswirkng des letzten Sommerinsolationsmi-
nimums zu erwarten wäre, dürfte zu einem deutlicheren polaren
Einfluß im Oberflächenwasser und ruhigeren Verhältnissen im
Tiefenwasser führen. Bei einer gleichbleibenden oder milderen
Klimasituation, bedingt durch den Anstieg Infrarot-Strahlung
absorbierender Spurenstoffe in der Atmosphäre, dürfte im Nord
ost-Atlantik langfristig kaum mit einer größeren Veränderung der
gegenwärtig herrschenden sedimentären und hydrographischen Ver
hältnisse zu rechnen sein,