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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Wladiwostok, 
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Die Einfuhr ist überwiegend, Es werden alle Arten Gebrauchs- und 
Verzehrungsgegenstände eingeführt, wie Eisen, Maschinen, Drogen, Farben, Bier, 
Glas, Porzellan, Möbel, Zement, Manufakturwaren, Kohlen, Kolonialwaren usw. 
Die Ausfuhr war bis vor kurzer Zeit verhältnismäßig gering. Sie bestand 
hauptsächlich aus Seekohl, Bauholz, Kartoffeln, gesalzenen Fischen, Fellen usw. 
neuerdings ist jedoch als Massenartikel die in der Mandschurei gebaute Soja-Bohne 
hinzugekommen, die in großen Mengen über Wladiwostok ausgeführt wird und 
den Schiffen meist eine gute Fracht bietet. ; 
Dampferlinien, Von Hamburg unterhalten mehrere Schiffsmaklerfirmen 
gemeinsam einen regelmäßigen Dienst, Neuerdings nimmt auch die Reederei 
Rickmers einen regelmäßigen Dienst von Hamburg auf. Beide Linien laufen 
andere europäische Häfen an. Von Odessa unterhält die Russisch-Freiwillige 
Flotte regelmäßige Verbindung mit Wladiwostok. Dieselbe Gesellschaft unterhält 
von Wladiwostok auch regelmäßige Linien nach Japan und China sowie nach den 
nördlichen Häfen des Kontinents, Sachalins und Kamtschatkas, Auch von japanischen 
Gesellschaften werden mehrere Verbindungen mit verschiedenen japanischen Häfen 
unterhalten, Die Hamburg-Amerika Linie unterhält eine regelmäßige Verbindung 
über Nagasaki mit Shanghai und Hongkong. - 
Im Jahre 1908 gingen von Wladiwostok 40422 Passagiere ab nach anderen 
Häfen, und es landeten. dort von anderen Häfen kommend 49344 Personen, 
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind stets in genügender Menge vor- 
rätig. Sie stammen vorwiegend aus Japan und Sachalin, doch sollen auch Cardiff- 
Kohlen zu haben sein. Bei größerem Bedarf empfiehlt sich vorherige Bestellung. 
Die Kohlen werden in Leichtern längsseit gebracht und von Chinesen : über- 
gemannt, sofern das Schiff nicht zu hoch aus dem Wasser ragt, andernfalls 
müssen sie mit dem Ladegeschirr übergenommen werden. Frischer Proviant 
ist stets in genügender Menge zu mäßigen Preisen zu haben, Dauerproviant 
ist zwar ebenfalls in genügender Menge vorrätig, jedoch teuer. Trink- und 
Kesselwasser von guter Qualität wird zum Preise von 80 Kopeken per Tonne 
in Leichtern längsseit geliefert. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein Kaiserliches Konsulat befindet 
sich am Orte in der Hauptstraße im Geschäftshause der Firma Kunst & Albers, 
des größten Handelshauses daselbst, das auch die Hamburg-Amerika Linie und 
den Norddeutschen Lloyd vertritt, Vertreter des Germanischen Lloyd und des 
Vereins Hamburger Assekuradeure sowie Agenten für andere Schiffahrtslinien 
sind dort ebenfalls vorhanden. Schiffsboote können an beliebigen Landungs- 
stellen im Handelshafen landen, die eigenen Boote werden jedoch selten benutzt. 
Krankenhäuser, auch für Seeleute, sind vorhanden, 
Ein Zeitball befindet sich am weißen Mast auf dem gelben Gebäude des 
Hafenamtes an der Nordseite des Hafens. Er fällt selbsttätig um 0b Omin Qsek 
mittlere Ortszeit. Gleichzeitig fällt auch ein Schuß aus einer beim Telegraphenamt 
stehenden Kanone, Vorrichtungen zur Kompaßregulierung sowie zur Prüfung 
von nautischen und meteorologischen Instrumenten sind vorhanden. 
Ebenfalls sind Seekarten und nautische Bücher in beschränktem Umfange 
zu haben. 
Otaru (Japan). 
Nach Fragebogen Nr. 3512 des Il. Offiz. P. Vollrath, D. »Kowloon«, vom September 1904; Nr. 4139 
les Kapt. W. Rosendahl, D. »Mara Kolb«, vom August 1906; nach Bericht des Kapt. W. Metzenthin, 
D. »Lyeemoon«, vom April 1910, Ergänzt nach englischen und amerikanischen Quellen, Brit. Adm-Krt. 
Nr. 452, Yezo island with the adjacent straits of Tsugaru, La Perouse and Yezo; Nr. 3438, O shima 
to Furubira wan; Nr. 2981, Furubira Wan Aikappu misaki; Nr. 993, Anchorages in Yezo island, 
lan: Otaru ko. 
Otaru, ein ziemlich bedeutender Ort an der Nordwestküste der Insel Yezo 
(Hokushü), liegt an der Westecke der Ishikari-Bucht, die sich zwischen Takashima- 
misakı im Westen und der Mündung des Flusses Ishikari im Osten etwa 15 Sm
	        
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