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Full text: 69, 1941

358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Norember 1041, 
Deutsche Bucht (2) gewonnen wurden, ist weiterhin anzunehmen, daß die Aus- 
bildung der Konvergenz in diesem Meeresgebiet der südlichen Nordsee gerade 
in den Frühjahrs- und Sommermonaten und weniger in den Herbst- und Winter- 
monaten ausgeprägt zu sein scheint. 
7. Untersuchungen über unperiodische Wasserbewegungen in der Deutschen Bucht. 
Die Konvergenzzone der Deutschen Bucht ist also ein Zweikampfgebiet der 
aus Westen stammenden spezifisch schwereren und der aus Osten, dem friesischen 
Küstengebiet abfließenden spezifisch leichteren Wassermassen, Welch überragende 
Rolle der Zufluß der Elbe und Weser in die Deutsche Bucht spielt, ist z. B, auf 
einer Karte der mittleren Verteilung der Steig- und Falldauer, die von 
L. Möller (zo) bei der Bearbeitung der Vertikalkomponente der Gezeiten der 
Deutschen Bucht entworfen wurde, zu sehen. Im allgemeinen verlaufen die 
Gezeitenverhältnisse in diesem Gebiet in der Weise, daß der Flutstrom von NW 
nach SE und von W nach E setzt und der Ebbstrom in entgegengesetzter 
Richtung. Diese Gezeitenströme, die periodische Wasserbewegungen sind, werden 
besonders in den oberflächennahen Schichten von resultierenden Strömungen 
unperiodischer Natur (13) überlagert. Diese Restströmung genannten Wasser- 
bewegungen beschreiben im großen und ganzen gesehen einen in der Deutschen 
Bucht zyklonal ausgebildeten Wirbel. Der Flutstrom wird also durch diese 
Reststrombewegungen an der ostfriesischen Küste verstärkt, an der nord. 
[riesischen vermindert. Mit dem Ebbstrom verhält es sich entsprechend um- 
gekehrt. Auf der von L., Möller veröffentlichten soeben erwähnten Karte [siehe 
unter (20) auf S. 51 Abb. 16] erstreckt sich von der Elbmündung an der nord. 
friesischen Küste in nordwestlicher Richtung ein Gebiet mit maximaler Ver- 
kürzung der Steigdauer (= Differenz zwischen Eintritt des Niedrigwassers und 
dem des folgenden Hochwassers, Diese Zone wird durch den Einfluß der nach 
Norden abfließenden Elboberwassermassen bedingt. An der ostfriesischen Küste 
dagegen befindet sich ein Gebiet mit maximaler Verlängerung der Steigdauer, 
Zwischen diesen beiden Kerngebieten befindet sich eine Übergangszone, die sich 
der geographischen Lage nach fast vollkommen mit derjenigen aus der Salz- 
gehaltsverteilung abgeleiteten Konvergenz der Deutschen Bucht deckt. Man 
kann hieraus ersehen, daß die Konvergenz in erster Linie ein dynamiseh-hydro- 
graphisches Problem ist, 
Die unperiodischen Wasserbewegungen in der Deutschen Bucht können nicht 
nur aus direkten Strommessungen (vom verankerten Schiff) ermittelt werden (21), 
sondern. auch indirekt aus für das gesamte Gebiet dieser Bucht und für eine 
bestimmte Zeitspanne entworfenen synoptischen Salzgehaltsübersichtskarten (22). 
Auf Grund des umfangreichen hydrographisehen Beobachtungsmaterials der 
Deutschen Bucht, das nach dem Kriege vorwiegend von der Deutschen Wissen- 
schaftlichen Kommission für Meeresforschung, der Staatlichen Bio- 
logischen Anstalt auf Helgoland und der Deutschen Seewarte gewonnen 
wurde [vgl. unter (2), (7) bis (m) u. (2s)], konnten für bestimmte kurze Beobach- 
tungsperioden Übersichtskarten der wahrscheinlichen unperiodischen Wasser- 
versetzungen im Öberflächenwasser der Deutschen Bucht entworfen worden. 
Nach den bis heute vorliegenden Ergebnissen stellt sich der von Böhnecke (s2) 
angenommene zyklonale große Buchtwirbel als ein von SE nach NW streichendes 
Konvergenzgebiet dar, in dem sich in bestimmter Weise zonal angeordnet 
zyklonal drehende Teil-Wirbel herausbilden. In einer ersten veröffentlichten 
Übersichtskarte der unperiodischen Wasserbewegungen für den Zeitraum 23. bis 
25. Juni 1930 (18) wurden sie bis zu fünf voneinander festgestellt, Der südliche 
Wirbel entsteht vor dem Flußmündungsgebiet der Jade-Weser, In der Helgoländer 
Bucht befinden sich 2 Wirbel, der eine südöstlich von Helgoland vor dem weit 
ausgedehnten Flußmündungsgebiet der Elbe und der andere nordöstlich dieser 
Insel ungefähr auf der Höhe von Eiderstedt. Diese beiden Wirbel liegen nördlich 
and südlich der von Eiderstedt nach Helgoland reichenden flachen submarinen 
Erhebung [siehe (11) auf Taf, 17] und sind zu allen Jahreszeiten am stärksten aus- 
gebildet. Die beiden nördlichen Wirbel liegen auf der Höhe der Hevermündung
	        
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