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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Chinnampo (Korea), 
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bei Nipptide 4.7 m (151/,/). Die Hafenzeit bei Pusan im Ping Yang-Flusse ist 
nach Mörsel etwa 10% 30m, die Hochwasserhöhe bei Springtide beträgt 6.2 m, bei 
Nipptide 5.3 m; bei Sekhocheng beträgt die Hochwasserhöhe bei Springtide 
4.5 m und bei Ping Yang etwa 2.4 bis 2.7 m. In der Regenzeit sind die Ge- 
zeiten nur bis etwa 10 Sm oberhalb Cheltau bemerkbar. 
Gezeitenströme. Der Flutstrom setzt vor der Einfahrt westlich von Sei 
Tau in nördlicher, der Ebbstrom in südlicher Richtung mit 2 bis 3 Sm Ge- 
schwindigkeit in der Stunde, Nach Kapt. W. Hülsebusch setzte der Gezeitenstrom 
in der Einfahrt zwischen Cho Da bis zu den Sisters schräg zur Kursrichtung, 
Von den Sisters bis nach Chan tö wurde eine starke Versetzung mehr schräg 
zum Kurse bemerkt. In der Pyo somu-Durchfahrt und weiter in der Füöhrde 
bis zur Reede von Chinnampo setzte der Strom in der Kursrichtung. Vor der 
Hombagu-Huk setzte der Ebbstrom bei Springtide mit 2'/, Kn nach Süden. 
Vor der Westküste der Insel Dau Chen setzt der Ebbstrom nach Süden, nörd- 
lich von ihr nach Westen mit 21/, Kn, und !/, Sm nördlich vor ihrer Nordwest- 
Huk läuft der Flutstrom mit 2!/, Kn Geschwindigkeit nach NNO. Ein starker 
Strom von 43/, Kn bei Ebbe und 2'/, Kn bei Flut läuft in der Pyo somu-Durch- 
fahrt in der Fahrwasserrichtung, Auf der Reede von Chinnampo, nördlich von 
der Fahrwassermitte und südlich von Nan po ki-Huk auf dem Ankerplatz der 
Petroleumschiffe, beobachtete Kapt, W. Hülsebusch im September 1911 ziemlich 
regelmäßigen Verlauf der Gezeiten, Hier war der Strom besonders stark bei 
halber Tide, es wurden bis zu 5 Kn geloggt. Für gewöhnlich erreicht der Ebb- 
strom auf Chinnampo-Reede 3 bis 4 Kn Geschwindigkeit, aber während und 
gleich nach der Regenzeit bedeutend mehr. Nördlich von der Reede von Cheltau 
läuft bei Springtide der Ebbstrom mit 4%, Kn, der Flutstrom mit 3'/, Kn, und 
in den Engen nordöstlich von Cheltau der Ebbstrom mit 7 Kn, der Flutstrom 
mit 5 Kn Geschwindigkeit. Nach Kapt. Mörsel erreichen die Gezeitenströme im 
Ping Yang-Flusse (Taitong Kang) oberhalb seiner Mündung bei Cheltau bis 
Pusan 2 bis 2!/„ Kn, und zwischen Pusan und Ping Yang 1'/„ bis 2 Kn Ge- 
schwindigkeit. In der Regenzeit ist der Flutstrom nur bis etwa 10 Sm oberhalb 
Cheltau fühlbar. 
Über Gezeiten und Strömungen in der Südeinfahrt sind keine zuver- 
lässigen Angaben bekannt. Nach dem allgemeinen Verlauf der Gezeitenströme 
an dieser Küstenstrecke zu urteilen, wird damit zu rechnen sein, daß zwischen 
den Choppeki-, Hanare-Sänden, der Insel Cho Da und anderseits der Festland- 
küste von der Choppeki-Huk bis zur Hombagu-Huk der Flutstrom ungefähr 
NNO, der Ebbstrom SSW setzen wird. 
Wind, Wetter und Klima. In den Wintermonaten sind nördliche Winde 
vorherrschend. Winde aus anderen Richtungen sind meistens nicht lange an- 
haltend und weniger stark, Nördliche Stürme mit Schneeböen und großer Kälte 
treten aber auf. In den Sommermonaten sind Winde aus südlicher Richtung 
vorherrschend, sie nehmen aber selten stürmischen Charakter an. Aus anderen 
Richtungen sind die Winde weniger anhaltend und frisch, vielfach unterbrochen 
von Flauten und Stillen. In den Übergangsmonaten sind umlaufende Winde am 
häufigsten. Die ziemlich ausgeprägte Regenzeit fällt in den Juli und den 
August, die Trockenzeit in September bis Januar, Nebel tritt häufig auf vom 
März bis Juli, in den übrigen Monaten nur gelegentlich. Im Golf von Pe Chili 
trifft man bei anhaltenden frischen Westwinden den sogenannten »Staubnebel«, 
der Augen und Atmungsorgane reizt und die Fernsicht bis auf 4.Sm beschränkt. 
Das Klima ist im allgemeinen angenehm; im Winter ist es kalt und trocken, 
die Luft herbe aber erfrischend. Im Sommer wird die große Hitze des vorzugs- 
weise kontinentalen Klimas immerhin durch die nahe See etwas gemildert. Der 
kälteste Monat ist der Januar mit —9.4° C mittlerer Temperatur für das nörd- 
liche Korea; im wärmsten Monat, dem August, beträgt die mittlere Temperatur 
22° C. Die mittleren Temperaturen im Dezember, Januar und Februar liegen 
unter dem Gefrierpunkt. 
Die Eisverhältnisse in der Ping Yang-Föhrde, in deren Zugängen und Flüssen, 
sind denen im Amunyoku-Kan (Yalu-Fluß) ähnlich. Wie in allen Eishäfen be-
	        
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