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4.2. Schelfkantenregion
4.2.1.Transporte quer zur 2000m-Tiefenlinie
In Abb.3.3 folgen einige CTDO-Stationen der 2000m-Tiefenlinie.
Diese Messungen wurden wiederholt. Zwischen 31.7°N vor Marokko
und 37°N vor Cap.S.Vincent/ Portugal liegen zwei vergleichbare
Datensätze vor. Die räumliche Anpassung erforderte eine Kürzung
der vorhandenen Stationsfolgen. Diese wird durch den Index (c)
in der Schnittbezeichnung gekennzeichnet. Die Messungen erfolg
ten im Oktober 1991 (EBC3m2c) und im Januar 1992 (EBC4m2c).
Da die Stationen nicht exakt in meridionaler Richtung angeordnet
waren, wird der normal zum Schnitt setzende geostrophische Strom
(Transport) als ab-auflandig mit den Vorzeichen (+) und (-) be
zeichnet .
Die Ergebnisse sind in Abb.4.9 (a,b) dargestellt. In beiden Fäl
len wurde mit -5,2 Sv für EBC3m2c und -3,3 Sv für EBC4m2c ein
auflandiger Nettotransport errechnet. Bei einer mittleren Nord
komponente des Windes von 5 bis 8 m/s resultiert in der Deck
schicht ein ablandig gerichteter Ekman-Transport von 0,3-1.1 Sv.
Dieser Ekman-offshore Transport kann den auflandigen (geostro-
phischen) Transport nicht ausgleichen. Wir gehen davon aus, daß
der ''Massenüberschuß" von 2-4 Sv entscheidend durch méridionale
Unterströme ausgeglichen wird.
Der Vergleich der Strukturen in Abb.4.9 (a,b) läßt auf quasi
permanente Stromfeldmuster südlich von 34°N schließen. Es werden
zwei auflandig gerichtete Strombänder mit oberflächennahen
Kerngeschwindigkeiten zwischen -4 cm/s und -7 cm/s deutlich. Sie
sind auf die obere 600-1000m Schicht beschränkt und werden bei
33.8°N durch ein ablandiges Stromband geringer Intensität sepa
riert. Die dazugehörige méridionale "Wellenlänge" beträgt etwa
130 km. Zwischen der Breite von 34°N und Cap.S. Vincent (37°N)
wechseln die Strombänder ihr Vorzeichen. Südlich von Cap. S.Vin
cent erscheint in Abb.4.9a der Ausstrom des Mittelmeerwassers in
der 1200m erfassenden Tiefenschicht auf etwa 36°N. Der auflandi
ge Nettotransport resultiert vorrangig aus den Beiträgen südlich
von 35°N.
Eine völlig andere Situation wird in Abb.4.9b wiedergegeben. Der