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Tage noch nördlicher und ging schliefslich durch Nord nach West, Von 47,5°
N-Br in 18° W-Lg, wo man sich am 5. Juni befand, wehte westlicher Wind,
welcher das Schiff bis zum 8. Juni zur Mündung des Kanals führte, Die Dauer
der ganzen Reise betrug 103 Tage. Von denselben waren 27 auf dem letzten
Reiseabschnitte zwischen Linie und Kanal zugebracht, und dort 10° N-Br in
32° W-Lg am 18. Mai, 20° N-Br in 37,8° W-Lg am 21. Mai, 30° NBr in 40,3°
W-Lg.am 26. Mai und 40° N-Br ip 32,5° W-Lg am 30. Mai überschritten wor-
den. „Eduard“ welcher am 1. Juni in 44,9° N-Br und 24,1° W-Lg sich nur
14 Sm nördlich von. „Undine‘“ befand, gelangte zur Mündung des Kanals am
9. Juni.
13. Reise der Hamburger Bark „Eduard“, Kapt. C. H. Seemann.
Am 7. Oktober 1879 befand sich die von Hamburg nach Rangoon hbe-
stimmte Bark „Eduard“ in 43,7° N-Br und 11° W-Lg. Bei leichten, sehr ver-
änderlichen Winden, die sich bis unweit 38° N-Br in 13,5° W-Lg erstreckten,
wurde von diesem Punkte aus die Reise fortgesetzt. Sie nahm einen rascheren
Verlauf, nachdem anstatt der erwähnten leichten Winde ein kräftiger Nordwind
singesetzt war, und erst südlich von der Canarischen Inselgruppe, durch welche
„Eduard“ am 18. Oktober passirte, trat als Folge dort angetroffener Mallung
wieder ein Aufenthalt von mehreren Tagen ein. In etwa 25,5° N-Br und 16,8°
W-Lg kam kräftiger Passat durch, dessen südliche Grenze von dem Ost der
Kap Verde-Gruppe nach Süden segelnden Schiffe am 27. Oktober in 10,2° N-Br
and 23,7°. W-Lg überschritten wurde. Am 4. November konnte „Eduard“ in
4,1° N-Br und 24,3° W-Lg auch den Stillengürtel verlassen, und kräftiger SE-
Passat, der. südlich desselben angetroffen wurde, führte die Bark dann bis zum
6, November zu der in 28,5° W-Lg erreichten Linie, Auf dem Wege zu der-
selben war 40° N-Br in 15,2 W-Lg am 10. Oktober, 30° N-Br in 14,7° W-Lg
am 16. Oktober, 20° N-Br in 21,1° W-Lg am 23. Oktober und 10° N-Br in
23,71° W-Lg am 28. Oktober geschnitten worden.
Im Südatlantischen Ocean herrschte bis nach 18° S-Br in 28° W-Lg
kräftiger Passat. Unweit dieses Punktes lief der für kurze Zeit nur flaue Wind
nordöstlich, nahm bald zum kräftigen Winde zu, um für längere Zeit als solcher
zu herrschen. Später lief der Wind in rechtlaufender Drehung nach SE zurück,
Starke beständige Westwinde, welche die Bark am 28. November in 38,8° S-Br
auch über den Meridian von Greenwich führten, begünstigten von 32,5° S-Br in
14,5° W-Lg an die Fahrt. Man hatte die Strecke zwischen Linie und erstem
Meridian in 22 Tagen zurückgelegt und dort 10° S-Br in 31,4° W-Lg am
10. November, 20° S-Br in 26,5° W-Lg am 14. November und 30° S-Br in
17,5° W-Lg am 19. November überschritten.
Beim Ablaufen der Länge erreichte die Bark am 16. Dezember als süd-
lichste Breite 45,4° S-Br in 63,6° O-Lg. Die vorherrschend aus westlicher
Richtung wehenden Winde waren im Allgemeinen einem raschen Fortkommen
günstig, doch wurden auch an einigen Tagen östliche Winde beobachtet. Am
21. Dezember, dem 283sten in östlicher Länge verbrachten Tage, überschritt
„Eduard“ in 35° S-Br den Meridian von 80° Ost.
Oestlich von der letzteren Länge wurde bis nach 33,2° S-Br in 83,7° O-Lg
noch westlicher Wind angetroffen. Unweit dieses Punktes lief der Wind nord-
östlich und frischte bald nachher auf. In der Nähe von 28° S-Br in 79° O-Lg
drehte der kurze Zeit vorher wieder flau gewordene Wind: nach einer südlich
von Ost liegenden Richtung, wurde dann wieder rasch kräftig und zum Passat.
Während der nächsten Tage legte die Bark dann in kurzer Zeit eine bedeutende
Strecke zurück. In 14,5° S-Br wurde durch Mallung und kurze Stille die Fahrt für
wenige Wachen verzögert, es kam der Passat jedoch noch einmal wieder durch, und
erst in 9,5° S-Br und 83,8° O-Lg erreichte man dessen nördliche Grenze. Auf
ganz kurze Windstille, welche sie bezeichnete, folgte nordwestlicher Monsun,
der nördlich von 8° S-Br recht kräftig wehte und bei dem am 6. Januar 1880
in 89° O-Lg der Aequator überschritten wurde. Vorher war 30° S-Br in
380,2° O-Lg am 25. Dezember, 20° S-Br in 81,5° O-Lg am 28. Dezember und
10° S-Br in 83,6° O-Lg am 1. Januar 1880 gekreuzt worden.
Auch nördlich von der Linie wehten die nordwestlichen Winde zunächst
noch beständig und frisch; sie endeten als „Zduard“ in die Nähe von 4,5 N-Br