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Full text: Wirkungsanalyse Nord-Ostsee-Kanal

Hintergrund und Ziele 4 des Wasserstands. Dies, sowie die verursachenden hohen Windgeschwindigkeiten, können zu weite- ren Einschränkungen des Schiffsverkehrs auf den in den Ästuaren verlaufenden Bundeswasserstraßen, wie beispielsweise dem NOK, führen. Ferner besteht die Gefahr, dass bei zeitgleich auftretenden hef- tigen Schauern oder langanhaltenden Niederschlägen im Binnenland nicht mehr hinreichend über den NOK entwässert werden kann. So kann es zu Überschwemmungen kommen, wodurch wiederum der Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur betroffen sein können (siehe z.B. Buthe et al., 2015; Kew et al., 2013; Schade, 2017). In verschiedenen Klimasimulationen basierend auf den älteren RCP-Szenarien zeigte sich eine Ver- schiebung der atmosphärischen Strömungen, die verbunden ist mit einer Zunahme von westlichen Wetterlagen über Zentraleuropa. Dabei war auch eine deutliche Abnahme der östlichen Anströmun- gen (Demuzere et al., 2009; Stryhal and Huth, 2019) zu erkennen. Eine Zunahme der westlichen Wet- terlagen würde bedeuten, dass Sturmfluten in der Deutschen Bucht in Zukunft häufiger auftreten könnten. Gleichzeitig bedeutet die Abnahme von östlichen Wetterlagen aber auch eine Abnahme des daraus resultierenden Sturmflutrisikos für die deutsche Ostseeküste. Weitere Studien verwenden einen methodisch anderen Ansatz zur Identifikation und Verfolgung ein- zelner Sturmtiefs bzw. deren Zugbahn. Resultierende Klimaänderungssignale sind jedoch noch mit gro- ßen Unsicherheiten behaftet. Es lässt sich zwar erkennen, dass ein wärmeres Klima in vielen Bereichen die Zugbahnen der Sturmtiefs und damit auch die Niederschlagszonen in Richtung Pol verschieben (Barnes and Polvani, 2013; Bengtsson et al., 2006; Harvey et al., 2020; Mbengue and Schneider, 2013; Priestley and Catto, 2022; Wu et al., 2011), der Nordatlantik und Europa stellen hier aber eine Aus- nahme dar: Europa liegt am „Ausgang“ des nordatlantischen „Storm Tracks“, also jenem Bereich, wel- cher klimatologisch ein lokales Maximum durchziehender intensiver Tiefdruckgebiete aufweist. Eine Vielzahl von Klimamodellen weist für die Region um die Britischen Inseln, die Nordsee und das nördli- che Mitteleuropa eine Zunahme in Intensität und Häufigkeit von Stürmen aus (z.B. Donat et al., 2010; Zappa and Shepherd, 2017). Im Mittel zeigt sich diese Zunahme auch in einem Multimodell-Ensemble von CMIP6-Simulationen, welches für den 6. Sachstandsbericht des IPCC (Lee et al., 2021) ) ausgewer- tet wurde. Gleichzeitig wird dabei aber deutlich, dass verschiedene Modelle zu gegensätzlichen Ergeb- nissen kommen. Aufgrund dieser Unsicherheit ist es notwendig, die Analysen auf eine möglichst breite Modelldatenbasis, also ein Ensemble von Modellen, zu fußen. Beobachtungen zeigen bereits seit Jahrzehnten einen kontinuierlichen Anstieg des mittleren Meeres- spiegels (Dangendorf et al., 2014; Steffelbauer et al., 2022), und nach dem Sachstandsbericht des IPCC (Fox-Kemper et al., 2021) ist ein weiterer Meeresspiegelanstieg praktisch gesichert. Der Meeresspie- gelanstieg in Nord- und Ostsee stellt eine der zentralen Herausforderungen für die zukünftige Bewirt- schaftung des NOK dar, da längere und häufigere Hochwasserphasen zu einer weiteren Reduktion der verfügbaren Entwässerungszeitfenster führen. Die Frage wann und zu welchem Umfang diese Grenzen erreicht sein werden bleibt unsicher und hängt davon ab, wie sich der Klimawandel in Zukunft entwi- ckeln wird. Hier kommt den Klimaschutzbemühungen eine zentrale Rolle zu. 2.1 Erkenntnisse aus Phase I Eine Untersuchung historischer Sturmfluten (Gerber et al., 2016) ergab, dass schwere Sturmfluten in Cuxhaven immer auch an der Niedersächsischen und der Schleswig-Holsteinischen Küste auflaufen. Deshalb bezogen sich auch die Untersuchungen in der ersten Phase des Expertennetzwerks (2016- 2019) bereits auf den Pegel Cuxhaven. Eine ausführliche Beschreibung dieser Untersuchungen bieten
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