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Full text: Wirkungsanalyse Nord-Ostsee-Kanal

Diskussion und Zusammenfassung 21 zungen ermöglichen, welchen Einfluss der menschengemachte Klimawandel haben könnte – unabhän- gig vom anhaltenden Meeresspiegelanstieg. Durch die Verwendung von Winddaten aus Klimamodel- len lassen sich potenzielle Veränderungen in der Häufigkeit und Intensität von einzelnen Ereignissen simulieren. Insbesondere für Cuxhaven, wo das Modell eine hohe Vorhersagegenauigkeit zeigt, bietet dies eine solide Grundlage, um mögliche klimabedingte Risiken zu bewerten. Aber auch für Kiel, trotz der moderaten Modellgenauigkeit, können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, um Trends und Risiken bzgl. des Sturmflutrisikos aber auch hinsichtlich der Entwässerung des NOK in Richtung Ostsee zumindest grob abzuschätzen. Neben den atmosphärischen Bedingungen bei Sturmfluten stellt bereits heute der Meeresspiegelan- stieg eine zunehmende Herausforderung für die Entwässerung des NOK dar, da ein für die Entwässe- rung ausreichender Wasserstandsgradient zwischen Kanal und angrenzenden Gewässern immer selte- ner auftritt. Besonders die Entwässerung in Richtung Ostsee ist davon betroffen, da der Meeresspiegel dort inzwischen häufig über dem minimalen Kanalwasserstand liegt. Um die Auswirkungen künftig besser einschätzen zu können, wurde ein neuer, regional angepasster Datensatz erstellt, der Projekti- onen des IPCC mit präziseren Landhebungsdaten des NKG kombiniert (Jensen, 2025). Die resultieren- den Zeitreihen deuten darauf hin, dass ein effektiver Entwässerungsbetrieb bei Überschreitung eines kritischen Schwellenwerts von 4,80?m am Pegel Cuxhaven künftig nicht mehr gewährleistet werden kann. Dieser Wert wird im Median bis spätestens 2130 und im oberen Perzentil bereits vor 2100 er- reicht, was potenziell erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb und die Befahrbarkeit des NOK zur Folge hätte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nach den Erkenntnissen dieser Untersuchung, basierend auf den dargestellten meteorologischen und ozeanographischen Einflussfaktoren, im fortschreitenden Klimawandel zu einer höheren Beeinträchtigung der Kanalbewirtschaftung durch erhöhte Außenwas- serstände kommen wird. Sowohl bedingt durch Sturmfluten in der Deutschen Bucht und der Tideelbe zum Ende des Jahrhunderts, aber vor allem auch durch den Meeresspiegelanstieg. Perspektivisch wer- den hier Klimaanpassungsmaßnahmen für die Aufrechterhaltung der Kanalbewirtschaftung unaus- weichlich.
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