Ergebnisse 15
Abbildung 4-4 | Siehe Abbildung 4-3, aber bei Sturmfluten am Pegel Kiel-Holtenau (mindestens 100 cm über dem
NMW).
4.2.2 Zukunft
Die Ergebnisse der vorherigen Abschnitte zeigen, dass sowohl die Anströmrichtung als auch Wind- bzw.
Sturmstärke wichtig sind, um Sturmfluten auszulösen. Daraus ergibt sich nun die Frage, ob diese Be-
dingungen sich in Zukunft ändern könnten. In diesem Abschnitt wird darum nun die Häufigkeit des
Auftretens effektiver geostrophischer Winde in vier Klimaszenarien mit Hilfe des CMIP6-Ensembles
(CMIP6-Ens, siehe Abschnitt 3.1.5) analysiert.
Brunsbüttel
Abbildung 4-5 zeigt die mittlere Anzahl inkl. der jeweiligen Konfidenzintervalle des Auftretens von ef-
fektiven geostrophischen Windgeschwindigkeiten oberhalb des 95. Perzentils pro Jahr für die Reana-
lysen NCEP und ERA5 sowie für das CMIP6-Ensemble im historischen Zeitraum (1971-2000) und die
ferne Zukunft (2071-2100). In dieser Darstellung sind die Mediane zweier Verteilungen signifikant un-
terschiedlich, wenn sich ihre Konfidenzintervalle (dargestellt durch die dünneren begrenzten Linien)
nicht überlappen. Man erkennt für den Median der Verteilung gegenüber dem historischen Zeitraum
eine Abnahme von einem Tag pro Jahr für das SSP1-2.6 Szenario, sowie eine Zunahme von 2 Tagen pro
Jahr für die Szenarien SSP3-7.0 und SSP5-8.5 des CMIP6-Ens, wobei sich diese beiden Szenarien nur in
ihren Extremen unterscheiden (nicht dargestellt). Zudem wird ersichtlich, dass die Konfidenzintervalle
des CMIP6-Ensembles gegenüber den beiden Reanalysen deutlich kleiner sind, was wiederum eine
verbesserte Aussagekraft bedeutet und die Nutzung eines Ensembles gegenüber einzelnen Modellläu-
fen indiziert.
Im Anhang (Abbildung A-1) sind die Änderungen der Häufigkeiten aller sechs Wetterlagen dargestellt.
Hier wird ersichtlich, dass der Median der LWT C, die am zweithäufigsten bei Sturmfluten klassifiziert
wird (s. Abbildung 4-3), bereits ab dem Szenario SSP2-4.5 signifikant seltener auftritt. Im Gegensatz
dazu zeigen sich signifikante Anstiege des Medians für die beiden westlichen Wetterlagen (SW, NW),
die in der Gegenwart zu knapp 76 % vor bzw. bei Sturmfluten aufgetreten sind. Somit erklärt sich auch
die Zunahme des effektiven geostrophischen Windes aus westlichen Richtungen.