Magnetische Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete im Jahre 1892, 215
Aus den Wolf’schen Relativzahlen ergeben sich für Berlin als Wende-
jahre: Maxima 1848,6, 1860,2, 1871,7 und Minima 1844,0, 1856,2, 1867,2 mit
den Werthben 11,1‘ (1848,5), 11,0 (18605), 11,5‘ (1871,5) und 7,2‘ (1844,5), 6,8’
(1856,5), 7,4' (1866,5), wobei die in Klammern gegebenen Jahre nicht genau die
Extremwerthe geben, sondern des Vergleiches wegen jene Jahre, für welche die
Beobachtungsdaten vorliegen. ‘!)
Die hier folgenden Mittelwerthe für die Epoche 1858,50 bis 1862 werden,
wenn verglichen mit den Mittelwerthen der Amplitude der Variation der ma-
gnetischen Deklination in Wilhelmshaven von 8,82‘, von Interesse sein; Für
Prag ... 9,19, für Kew ... 10,66‘, für Berlin... 10,24, für Melbourne
(a)... 9,72‘ und (e)... 9,80.
Eine Untersuchung der Schwankung der Amplitude der täglichen Variation
der magnetischen Deklination im Laufe des Jahres konnte mit ‘annähernder
Genauigkeit durchgeführt werden: für Prag, Kew und Melbourne für die
Epoche 1858 bis 1862, für Berlin und Prag für die Epoche 1839 bis 1870
(bezw. 1876) und für Wilhelmshaven für die Epoche 1883 bis 1888.
Die mittlere Monats-Amplitude der täglichen Variation der Deklination.
Orte -ab = 855152
um. = Fe] a >
13|5|33) alEl 3213 3131218
Für die Epoche 1858—1862
Prag?)
Kew3)
Melb, (a)%)
„ (ge)
4,93) 7,02 9,06/11,59/10,66/12,15 11,85/12,67| 9,94| 8,98| 6,08| 5,37| 9,19
5,49| 9,48112,63'14,96'13,58'13,84/13,47'13,78'13,07'11,28/ 9,01| 7,32/10,66
12,98/13,55/12,16 9,35 628 4,75 850 7,58| 9,23113,94| 3,49/13,21| 9,72
13,11/13,53[12,59| 9,24| 6,60] 4,75| 6,28| 7,03| 9,28/13,16|13,28|13,49| 9,80
Für die Epoche 1839—1870 .
4,29) 6,68| 9,92/13,43/12,12/12,49/12,44'12,03/10,45| 8,19| 4,71| 3,15] 9,11
4,53| 6,02/10,29|12,60/11,87/11,79 1263 1221 9,79| 8,08| 5,01] 3,46 8,86
5,30] 6,81| 8,64!10,37/10.61111,51111,18|10,70| 8,36| 7,37| 5,67! 4,701 8,44
Für die Epoche 1883—1888 |
6,18] 6,54| 9,43111,40110,80]11.65/11,27110,45| 8,86! 7,85| 6,38| 5,05] 8,82}
|
Wien®)
Berlin5)
Prag 2)
Wilhelmsh.
N 7
Berechner
nach Balfour-Stewart
®
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_-.
» »
Dr. Neumayer
Liznar 1853—1871
nach Tietjen’s Formel
Balfour-Stewart
RR
nach Börgen
Die Werthe für Wien sind aus einer Vergleichung mit absoluten Werthen
in Lissabon abgeleitet worden, indem daraus ein Reduktionsfaktor berechnet und
mit der erhaltenen relativen Amplitude multiplicirt wurde.
Die Formel, nach welcher die Berechnung für Berlin ausgeführt wurde,
lautet folgendermaßen:
V,=886' +2,07‘ cos +3,66‘ sin
+1,13’ cos 2 — 0,74’ sin 2@
+ 0,23‘ cos 39 — 0,13‘ sin 3
+ 0,35‘ cos 40 — 0,17’ sin 4p
— 0,04‘ cos 50 — 0,24’ sin 5
Der. Winkel-Ausdruck © ist der Zeit proportional von April 15., V, ist
die Amplitude der täglichen Variation der magnetischen Deklination für den
betreffenden Monat. ") }
1) Siehe oben angeführten Bericht der Sternwarte in Berlin.
Z) Balfour-Stewart, On the Variations of the Diurnal Range of the magnetic Declination
as recorded at the Prague Observatory. Die zweite Serie ist für die Epoche 1839—1876.
3) Balfour-Stewart, On the Variations of the Daily Range of the magnetic Declination
at the Kew-Observatory.
4) 2 bedeutet „alle Beobachtungen“; e bedeutet „gröfsere Störungen eliminirt“, .
5) Für Berlin ist das Jahresmittel für die Epoche 1858—62, wie wir oben sahen, 10,24.
8) Liznar. Ueber die magnetische Deklination und Inklination in Wien von 1852—1871.
W. akad. Berichte LXXVII, 2. Abth., Seite 33.
7) Bericht der Königl. Sternwarte zu Berlin für die Jahre 1868—1871, Seite 48.