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Die halbmonatliche Ungleichheit | 9
Der Zeitraum P,,„„ zwischen zwei gleichen Mondphasen (z.B. von Vollmond bis
Vollmond) wird als synodischer Monat bezeichnet. Die Periode Puy der halb-
monatlichen Ungleichheit entspricht einem halben synodischen Monat
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Mithilfe von Abbildung 2 und basierend auf dem
Zusammenhang Strecke = Geschwindigkeit * Zeit
kann man für Mond und Sonne die folgenden \Win-
kel identifizieren, die während eines synodischen
Monats überstrichen werden:
(Mond) 360° +a@= $- Poyn (1)
(Sonne) a= N" Poyn (2)
a
DS
(sy
]
MM
L
VL.
*
*
\
mit den Winkelgeschwindigkeiten der
mittleren ekliptischen Längen von Mond
($ = 0,5490165197°/h) und Sonne
(h = 0,0410686399°/h) (International
Earth Rotation and Reference Systems
Service, 2010). Wenn man die Gleichungen 1 und 2
jeweils nach a auflöst und gleichsetzt, dann erhält man
Abbildung 2: Die
während eines
synodischen Monats
durchlaufenden Winkel
von Sonne (S) und
Mond (M) aus Sicht der
Erde (E).
Ba 360° _ 360°
SM ch Osun
Dabei ist 0, die Winkelgeschwindigkeit, die mit dem synodischen Monat ver-
bunden wird.
Man erhält somit für die Periode der halbmonatlichen Ungleichheit:
P, 1 „1 300° = 354,3671h = 14,7653 d
HU 7 9 SM eh) , — »
Die Dauer einer Tide und somit der zeitliche Abstand zwischen aufeinanderfol-
genden Hochwassern (oder Niedrigwassern) ist nicht konstant. Da auch die
Eintrittszeit periodischen Variationen unterliegt, die bei der Analyse der halb-
monatlichen Ungleichheit ausgewertet werden soll, kann diese nicht als unab-
nängige Zeitvariable verwendet werden (siehe auch Abschnitt 3). Diese Rolle
übernimmt die Transitzeit des Mondes. Bei halbtägigen Gezeiten kann nämlich
jedem Hoch- und Niedrigwasser ein vorangegangener oberer oder unterer
Mondtransit zugeordnet werden. Man sagt. dass der Mond im Transit ist, wenn