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Full text: Berechnung von Gezeitengrundwerten über die Analyse der halbmonatlichen Ungleichheit (BSH-Berichte, Nr. 57)

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| Berichte des BSH Nr. 57 
1 Einleitung 
Die Gezeitengrundwerte sind Kenngrößen, die das mittlere Verhalten der 
Sezeit an einem Ort beschreiben. Es gibt Werte sowohl für die Höhen als auch 
für die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser®. 
Gezeitengrundwerte sind für viele meereskundliche und nautische Informa- 
tionen von Bedeutung. So werden z.B. die Wasserstandsvorhersagen für die 
Nordsee, die mehrmals täglich vom Bundesamt für Seeschifffahrt und 
Hydrographie (BSH) erstellt werden, auf das Mittlere Hochwasser bzw. Mittlere 
Niedrigwasser bezogen. Mittlere Gezeitenintervalle werden verwendet, um die 
Zeitunterschiede der Hoch- und Niedrigwasser zwischen verschiedenen Pegeln 
anzugeben, z.B. relativ zu den Bezugsorten in den Gezeitentafeln. Diese 
Sezeitenintervalle werden auch für die Erstellung von Co-Tidal-Charts benötigt, 
die den zeitlichen Verlauf der Gezeiten auf einer Karte darstellen. Daneben 
werden in Co-Range-Charts traditionell die Linien gleicher Mittlerer Spring- und 
Nipptidenhübe dargestellt. 
Die Berechnung der Gezeitengrundwerte, wie sie seit einigen Jahrzehnten am 
BSH durchgeführt wird, basiert auf der Analyse der halbmonatlichen Ungleich- 
neit. Als Ungleichheit bezeichnet man die astronomisch bedingte Abweichung 
aines einzelnen Gezeitenwertes (z.B. einer Hochwasserhöhe) von dem ent- 
sprechenden Mittelwert. Die halbmonatliche Ungleichheit ist dabei der Teil der 
gesamten Ungleichheit, der von der Phase des Mondes abhängt und somit dem 
Zyklus von Spring- und Nippzeit entspricht. Die halbmonatliche Ungleichheit 
wird im Abschnitt 2 genauer vorgestellt. Mit dieser Methode wird ein Satz von 
(und 30 Gezeitengrundwerten bestimmt (siehe Abschnitt 3). 
Das Ziel der Gezeitengrundwerte ist es, den Gezeitenanteil am Wasserstand zu 
charakterisieren. Dies wird nicht nur durch das besondere Analyseverfahren 
arreicht, sondern auch dadurch, dass die als Eingangsdaten verwendeten Was- 
serstandsbeobachtungen gefiltert werden. Vor und während der Analyse 
werden grobe Ausreißer in Höhe und Zeit (versursacht z. B. durch Sturmfluten) 
aus den Zeitreihen entfernt, da diese nicht charakteristisch für den Gezeitenan- 
teil sind. Operationell wird die Gültigkeit der Gezeitengrundwerte jeweils für ein 
zukünftiges Kalenderjahr festgelegt. Die Werte werden u. a. in den Gezeiten- 
tafeln veröffentlicht und gelten somit auch für einen Zeitraum, der noch nicht 
eingetreten sein muss. 
‘ Da sich dieser Artikel ausschließlich auf Analysen im Tidegebiet bezieht, werden die Begriffe „Hochwasser“ und „Niedrigwasser“ 
synonym zu .Tidehochwasser“ und „Tideniedrigwasser“ verwendet
	        
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