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| Berichte des BSH Nr. 57
Zusammenfassung / Absiracı
Als Gezeitengrundwerte werden mehrere Kenngrößen bezeichnet, die das Ver-
nalten der Meeresgezeiten charakterisieren. Der vorliegende Bericht doku-
mentiert die Methodik, nach der die Gezeitengrundwerte im Gezeitendienst des
Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) operationell berechnet
werden. Beispiele sind das Mittlere Hochwasser (MHW), der Mittlere Spring-
tidenhub (MSpTH) oder die Mittlere Falldauer (MFD).
Grundlage für die Berechnung sind beobachtete Wasserstandsdaten. Diese
werden nach einem speziellen Verfahren ausgewertet, um möglichst nur den
Sezeitenanteil am Gesamtwasserstand zu beschreiben: Die Analyse der halb-
monatlichen Ungleichheit.
Die Theorie hinter der halbmonatlichen Ungleichheit wird vorgestellt und die
Modellierung der Beobachtungsdaten beschrieben. Aus den Analyseergebnis-
sen wird ein Satz von etwa 30 Gezeitengrundwerten bestimmt.
Anschließend werden die zeitlichen Verläufe einiger Gezeitengrundwerte an
15 Pegelstandorten dargestellt. Für das Mittlere Hochwasser und das Mittlere
Niedrigwasser werden die Daten mit den entsprechenden Tidekennwerten
‚Mittleres Tidehochwasser“ und „Mittleres Tideniedrigwasser“ nach DIN 4049-3
verglichen. Es zeigt sich, dass die Gezeitengrundwerte und die Tidekennwerte
im Zeitraum von 1988 bis 2024 ähnliche Verläufe aufweisen, wobei die Tide-
kennwerte im Mittel um bis zu 4 cm höher liegen und größeren Schwankungen
unterliegen als die entsprechenden Gezeitenarundwerte.
Schlüsselwörter:
Sezeiten, Gezeitengrundwert, halbmonatliche Ungleichheit, Gezeitentafeln,
Mittleres Hochwasser, Mittleres Tidehochwasser