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Full text: Berechnung von Gezeitengrundwerten über die Analyse der halbmonatlichen Ungleichheit (BSH-Berichte, Nr. 57)

Entwicklung der mittleren Gezeitenintervalle und Falldauern | 23 
5 Entwicklung der mittleren Gezeitenintervalle und Falldauern 
Anders als bei Mittlerem Hochwasser, Mittlerem Niedrigwasser und Mittlerem 
Tidenhub gibt es für die anderen Gezeitengrundwerte (siehe Tabelle 1) keine 
vergleichbaren Tidekennwerte. In diesem Abschnitt wird der zeitliche Verlauf 
des Mittleren Hochwasserintervalls, des Mittleren Niedrigwasserintervalls und 
der Mittleren Falldauer für die Pegel aus Tabelle 2 präsentiert. Der untersuchte 
Zeitraum ist wieder von 1988 bis 2024. 
Ein Hochwasser- oder Niedrigwasserintervall ist der Zeitraum vom Transit des 
Mondes bis zum Eintreffen des nächsten zugeordneten Hoch- bzw. Niedrig- 
wassers. Die Berechnung von Mittlerem Hochwasser- bzw. Mittlerem Niedrig- 
wasserintervall ist in Abschnitt 3 beschrieben. Die Mittlere Falldauer ist die 
Differenz aus Mittlerem Niedrigwasserintervall und Mittlerem Hochwasserinter- 
vall. Je länger die Mittlere Falldauer ist, desto kürzer ist wiederum die Mittlere 
Steigdauer, da die Summe aus beiden der astronomisch bedingten Mittleren 
Tidendauer von 12 h 25 min entsprechen muss. 
In Abbildung 11 bis Abbildung 13 werden die Entwicklungen des Mittleren Hoch- 
wasserintervalls, des Mittleren Niedrigwasserintervalls und der Mittleren Fall- 
dauer für die Jahre ihrer Gültigkeit in den Gezeitentafeln von 1988 bis 2024 
gezeigt. \Me bereits beschrieben liegen dafür die Beobachtungsdaten aus den 
fünf Jahren zugrunde, die drei bis sieben Jahre vor dem Gültigkeitsjahr gemes- 
sen wurden. Bei den dargestellten Werten handelt es sich um Archiv-Daten. 
Die Implementierung der Methode, z. B. die verwendete Software und die 
Details in der Selektion der Eingangsdaten, hat sich im Laufe des untersuchten 
Zeitraums verändert. Dies ist bei der detaillierten Bewertung der Daten zu 
berücksichtigen. Für generelle Aussagen zu Trends sind die Daten trotzdem 
verwendbar. Die dünne graue Linie entspricht jeweils einer linearen Regression 
um eventuell vorhandene Trends sichtbarer zu machen. 
Für die meisten hier analysierten Pegel ist die Tendenz für die Dauer beider 
Sezeitenintervalle negativ. Für List, Büsum, Cuxhaven und Norderney weisen 
beide Intervalle einen Trend zu größeren Werten auf. Nur für Emden ist der 
lineare Trend für das Mittlere Hochwasserintervall positiv und für das Mittlere 
Niedrigwasserintervall negativ. 
Bei Mittleren Falldauern von ca. 6,2 Stunden (ca. 6 h 12 min) ist die Zeit der 
Ebbe ungefähr genauso lang wie die der Flut. Bei vielen Pegeln ist die Mittlere 
Falldauer aber länger und die Mittlere Steigdauer entsprechend kürzer. Die 
längsten analysierten Falldauern befinden sich flussaufwärts in den tidebeein- 
flussten Flüssen Elbe und Weser: Für das Jahr 2024 wurden für Hamburg 
(St. Pauli) und Bremen (Oslebshausen) Mittlere Falldauern von 7:07 h bzw. 
7:00 h ermittelt.
	        
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