Erste Ergebnisse
Die Nordsee befindet sich noch immer in einer ungewöhnlich lang andauernden Warmphase.
Im letzten Winter lagen die monatlichen über die gesamte Nordsee gemittelten
Oberflächentemperaturen zwischen 0,5 und 1,2 K über dem langjährigen Mittel, das ist
deutlich geringer als in den beiden vorangehenden Jahren. Im Mai lag die Anomalie bei 1,7
K, das war der zweitwärmste Mai seit 1971, aber im Juli reduzierte sich die Abweichung vom
langjährigen Mittel bereits auf 0,6 K.
Erste vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Nordsee südlichen von 57NN kühlere
Temperaturen und niedrigere Salzgehalte aufweist als im Vorjahr, während das Wasser vor
der Norwegischen Küste in diesem Jahr deutlich wärmer ist. Generell sind die
Wassertemperaturen vor der Englischen Küste etwas kühler und nehmen nach Osten hin zu.
Jieser Temperaturgradient ist in diesem Jahr deutlicher stärker als in den vorangehenden
Jahren.
Am Boden hat sich das Atlantische Wasser mit S>35 über die gesamte Breite der Nordsee
bis etwa auf 57NN nach Süden ausgebreitet. An der Oberfläche ist das Atlantische Wasser
ebenfalls bis etwa 57NN vorgedrungen, bleibt aber auf den Bereich zwischen der
schottischen Küste und 0 — 2 beschränkt. Die westliche Ausdehnung des Baltischen
Ausstroms mit S<34 erstreckt sich auf 60ON ebenfalls bis 2.
Eine detaillierte Aufbereitung und Bewertung der Daten mit einer genauen Gesamtwärme-
und Salzbilanz wird in den nächsten Wochen stattfinden.
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