Neuere Veröffenzlichungen,
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hältnisse von Pommern. W.Leps hat aus dem
rorwiegend von ihm selbst gesammelten Beobach-
bungsmaterial (Lotungen, Strommessungen, Wasser-
standsmesungen, Salzgehalts- und Temperatur-
jestimmangen) Strömungsbilder für die Hanpt-
vindrichtungen abgeleitet (S. 190), je eines für W-
und für O-Winde, für NW- bis NO- md für
3W- bis SO-Winde. Die neueste hydrographische
Literatur scheint nicht vollständig beachtet worden
zu sein: allerdings würden sich im vorliegenden
Falle die Strömungsbilder auch bei Berücksichti-
gung der Thoradeschen Untersuchungen über
Strömung und zungenförmige Ausbreitung des
Wassers (Gerlands Beiträge, 34, 1931) wohl
zaum so stark geändert haben, daß es auf den
Karten hervortreten würde, Die Arbeit wird auch
für die Praxis nützlich. sein, — Der von E. Nehls
unternommene Versuch, die Ostsee und ihre Um-
tandung als zusammenhängendes Klimagebiet dar-
sustellen, ist zweifellos zu begrüßen; allerdings
arscheint. der zugrunde gelegte Zeitraum von
10 Jahren reichlich kurz. Eine ;,Luftkörperklima-
tologie“ wird für den vorliegenden Zweck, als auf
zu kleine Einbeiten gegründet, abgelehnt, und es
vird mit barometrischen Typen gearbeitet, von
denen 20 aufgestellt werden, Der Witterungsablauf
nn der einzelnen Typen wird — zahlenmäßig. vOr-
nehmlich mit Hilfe der Temperatur — geschildert;
darauf werden, vorwiegend auf Grund der Grenz-
Jagen zwischen kalter, marltimer und kontinentaler
Luft bei deu einzelnen Typen, 70 klimatische Upter-
pruvinzen unterschieden, Aus der Klimakarte
(S. 85) sei z. B. erwähnt, daß die Umrandung: des
finnischen Meerbusens stärkere maritime Einflüsse
aufweist, als Küste und Hinterland zwischen
Weichsel und ‚Düna. Die Klimakarte Europas
nach dem Dezimalsystem von L. Gorezynski
Gerlands Beiträge 44, 1935, S. 205) zählt das
arstgenannte Gebiet als „„kontinentaleuropäisch“ zur
osteuropäischen, das zweite noch zur baltischen, d. h.
maritim beeinflußten Provinz, — Die sehr fleißige,
wortgewandte, aber such etwas Wortreiche Arbeit
irägt den verpflichtenden Untertitel „Versuch einer
dynamischen. Klimatologie*: am sö mehr vermißt
man in den einleitenden methodischen Darlegungen
eine. Auseinandersetzung mit den Ausführungen
Bergerons über dynamische Klimatologie. O:ken-
bar handelt es sich um eine Erstlingvarbeit (wie
seiläufig auch bei der Untersuchung. von. Leps);
der Gesamteindruck ist aber nicht der, daß sie
ron einem Fachreferenten, d.h, Meteorologen oder
Klimatologen, betreut worden ist. Das hätte aber
gerade bei einer Erstlingsarbeit wie der vorliegenden,
die methodisches Neuland erschließen heiten will
— und ohnehin schon ein reichlich weitgreifendes
Thema hat — doch unbedingt der Fall sein sollen.
A. Schumacher
G. Pogade, Luftdrackänderungen und Wetter,
Beiträge zur Frage der „stratosphärıschen“ Be-
einflussung des Wetters. Dissertation (Berlin
1935).
Fünfjährige Fiugzeugsußstiege an der nieder-
ändischen aerologischen Station Soesterberg (1926
%s 1930) werden einer eingehenden statistischen
Bearbeitung hinsichtlich der Beziehungen zwischen
Jen Druckänderungen in der unteren Troposphären-
1älfte: und den Wettererscheinungen unterzogen,
dem dıe 915 zur Verfügung stehenden Fälie in
‚6 verschiedene Typen nach dem Sitz der Drueck-
and Temperaturänderung: eingeteilt werden, Po
yade findet das von v. Fieker auf Grund von
Bergbeobachtungen aufgestellte. Schema. einer zu-
zammengesetzten Depression auch für das: maritime
Klimagebiet. bestätigt, Im Mittel aller. Fälle zeigt
sich aber kaum eine Beziehung zwischen der Druck-
inderung am Boden und der Temperaturschwankung
Jer Troposphäre, während Druck- und Temperatur.
verlanf in 5 kmyr Höhe (der Verfasser benutzt statt
Jessen die bedeutend anschaulicher wirkende
Schwankung der 500 mb-Fläche!) natürlich eine
ausgeprägte gleichsinnige. Beziehung: zueinander
zeigen,
Bemerkenswert ist das Resultat, daß Druckfall
am Boden mit Bewühlkungezunahme verbunden ist,
yährend die Druckänderungen in der Höhe
zeine Bezichung zur Bewölkung zeigen; eben-
söwenig weist der Druckverlauf in der Höhe einen
Zusammenhang mit den Feuchteäinderungen weder
mn. der freien Atmosphäre noch sm Boden au£
Dagegen wird der Nachweis erbracht, daß Nieder-
schlagswahrscheinlichkeit und „dichte bei
Abkühlung wesentlich größer sind als bei Er-
värmung; ob die Ursache. dieser Erscheinung aber
jediglich durch die geringere vertikale Stabilität
der sordringenden. Kaltluft zurückzuführen ist,
müßte erst noch durch eine genaue Berechnung
der durch Land- und Schauerregen eigentlich
produzierten Niederschlagsmengen bewiesen werden.
Die im ganzen überraschend geringe Beziehung:
zwischen dem Druckverlauf in. der Höhe und dem
Wetter stellt einen. äußerst. wertvollen. Beitrag in
der Erkenntnis dar, daß sich ein einzelner Auf-
3tieg doch nur in seltenen Fällen auf Grund
lirekter Regeln zur täglichen Wettervorher-
sage verwenden Jäßt, and es kann mur begrüßt
werden, daß der Verfasser die oft langwierigen
statistischen Berechnungen irotz dieses ihn wviel-
leicht entmutigenden. Ergebnisses konsequent zu
Ende geführt hatz denn gerade durch diese Arbeit
arfährt die Anschauung einen wesentlichen Rück-
halt, daß nur die synoptische Verarbeitung des
AHöhenmaterials einen weiteren Fortschritt in der
Verwendung: der Aerologie für die Wettervorher-
saxe verspricht, R. Scherhag.
B. Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten.
a) Werke,
Krone, Werner: Rentabilitätsvergleiche von | Techn, Hochsch. Danzig 1935. Gedr, b, Gebr.
Fahrgastschiffen. mit und olme Fracht- Ernst, Berlin SW 68. .
beförderung. Diss, 8% 441 8. Techn. Hochsch, Direcciön General de Aeronäutica: Meteorologia
Danzig 1934. Gedr. b. Max Küchler, Ham- » wvuelo Sin mMolor. D. Jos€ Cubillo
burg: 36. . Fluiters. 8% 2208, Madrid 1935, Gedr.
Krause, Erich: Beitrag zur Frage der Häfen 5, Gräficas Ruiz Ferry, Madrid.
an sinkstofführenden Küsten. Dies. 4%. MS.