Erste Ergebnisse:
Durch die vorangegangenen Schlechtwetterereignisse war das Wasser in großen Bereichen
der Deutschen Bucht gut durchmischt. Die Ausbildung einer Temperatursprungschicht wurde
im Entenschnabel bei einer Tiefe von ca. 25 m festgestellt. Der Temperaturunterschied
betrug hier bis zu 6 °C bei einer Tiefendifferenz von 1 m. Im Nordschillgrund zeichnete sich
ebenfalls eine Thermocline ab.
Die Sichttiefe, gemessen mit der Secchischeibe, betrug südwestlich Weiße Bank (SWWBA)
16,5 m. An den Stationen Nordschillgrund (NSGR) und im Entenschnabel wurden Sichttiefen
bis 12 m bestimmt. Das Wasser war hier klar und türkisfarben. Zum Küstenbereich hin
nahmen aufgrund intensiverer Durchmischung der Wassermassen die Sichttiefen ab. Die
geringsten Werte wurde an der Station EIDER mit 1 m bzw. an der Station WESER mit 2,5 m
gemessen.
Die Sauerstoffverhältnisse waren im September 2005 in der Deutschen Bucht gut. Selbst an
den Stationen NSGR und ENTE, an denen eine Temperaturschichtung vorlag, wurden in den
Tiefenbereichen noch Sättigungswerte bis 74 % (ca. 6 mg/L) bestimmt (Abbildung 1, 2).
Diese Konzentrationen führen bei Fischen und am Boden lebenden Tieren (wie Krebse,
Muscheln, Schnecken, Seeigel und Würmer) noch nicht zur Beeinflussung des Wachstums
bzw. Stoffwechsels. Kritisch wird es ab 40 — 50 % Sauerstoffsättigung.
Geringe Sauerstoffwerte in der Nordsee sind im Spätsommer nicht ungewöhnlich. Da in
diesem Jahr jedoch die Temperatur- bzw. Salzgehaltsschichtung nicht so stark ausgeprägt
war wie in anderen Jahren (z.B. 2003), war die gesamte Wassersäule gut mit Sauerstoff
versorat.
Entsprechend der Jahreszeit waren an der Wasseroberfläche in der Deutschen Bucht die
Nährsalze Nitrat, Silikat und Phosphat durch das Plankton aus der Wassersäule fast
aufgezehrt. Während Phosphat noch in geringen Konzentrationen vorlag (0,02 bis 0,15
uUMol/L), wurde Nitrat nur noch im Bereich der Nachweisgrenze bestimmt (NG=0,1 uMol/L).
Durch die Nitratverarmung im Oberflächenwasser ist von einer Limitierung der
Phytoplanktonentwicklung durch Stickstoff auszugehen.
Höhere Phosphat- und Nitratkonzentrationen lagen im Küsten- und besonders im
Elbeausstrombereich vor. Hohe Nährstofffrachten werden hier über die Flüsse in die
Deutsche Bucht transportiert.
In Bodennähe wurden höhere Nitrat- und Phosphatkonzentrationen nicht nur im
Küstenbereich sondern auch im Entenschnabel angetroffen. Durch die im Bereich des
Entenschnabels vorliegende Temperatursprungschicht konnte keine Vermischung mit dem
Oberflächenwasser stattfinden. die Nährsalzkonzentrationen blieben am Boden hoch bzw.
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