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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Reisen im Ostind¡sehen Archipel. 
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Natunas, von welcher am Nachmittage des 28. August die Insel Soubi Süd 
peilte, beobachteten wir einen */4 Sm nach Norden setzenden Strom. Unter 
der Westküste von Borneo, welcher wir in einem Abstande von etwa 50 Sm ent 
lang segelten, trafen wir meistens unbeständigen Wind, der zwischen S und WSW 
schwankte, auch einige Wachen flau nordwestlich war und viele, zuweilen heftige 
Regenböen int Gefolge hatte. Strom wurde auch hier nicht bemerkt. 
Am 2. September, in der Nähe der Balahac-Strafsc, wurde der SW-Wind 
stürmisch, bei dickem regnerischem Wetter. Weil wir die Strafse nicht vor 
Nacht erreichen konnten, drehten wir am Nachmittage bei. Nachdem es jedoch 
in der Nacht klar und sichtig geworden war, hielten wir wieder ab und setzten, 
den möglicherweise nördlich setzenden Strom in Betracht ziehend, den Kurs auf 
die Insel Balambangan. Um 4 Uhr Morgens am 3, September sichteten wir 
einen kegelförmigen Berg und in dessen Vordergründe niedriges Land; erstem' 
erwies sich bei Tag werden als der Pik von Banguey, letzteres als die Insel 
Balambangan. Mittlerweile hatte sich das Wetter derart geklärt, dafs auch der 
Berg Rini-Balu auf Borneo und die Insel Balahac zu sehen waren. Eine Strom- 
Versetzung hatte demnach bis hierher nicht stattgefunden; als wir jedoch später die 
Insel Balambangan. in einem Abstande von 8 Sm Süd peilten und der Wind bei 
regnerischem Wetter bis zur Windstille abnahm, beobachteten wir einen Strom 
von Vfi Sm nach NNO, der uns sehr ungelegen kam. Glücklicherweise kam 
gegen Mittag mit einer Böe frische westliche Briese auf, die; uns in kurzer 
Zeit durch die Strafse brachte. In derselben wurde kein Strom mehr wahr 
genommen. Auf der Weiterfahrt wurde bei beständigem frischem Westwinde 
zwischen den Inseln St. Michael und Cayagan-Sulu, beide in Sieht, hindnreh- 
gesegelt und dann, im Süden von Tub Bataha passirend, der Kurs auf die 
Westküste der Insel Negros gesetzt. Vom 5. September 8 h a. m. bis zum 
6. September 4* p. m. wehte es steif aus SW, bei anhaltendem Regen und 
stürmischen Böen. Als darauf der Wind unter Böen westlich und nordwestlich 
holte, klarte die Luft ab, und wir peilten bald nachher die Spitze Maiutindoc. 
auf der Insel Negros OzS, etwa 18 Sm entfernt. 
Bas Barometer war trotz des böigen und schlechten Wetters der letzten 
Tage nicht in seinem täglichen Gange gestört worden; der niedrigste Luftdruck 
(etwa 760,5 mm) fand regelmäßig ungefähr um 4 1 ' p. m., der höchste, von 
762,0 mm, um 10 h a. m. statt. Der Strom war während der Zeit unbedeutend; 
erst als wir auf unserrn Nordkurse die Guimaras-Strafse offen hatten, fanden 
wir einen mit etwa 2 Kn Fahrt in dieselbe hineinsetzenden Strom. Der Wind 
war so schral, dafs wir nicht auf einem Buge oberhalb Guimaras passiren 
konnten. Am Nachmittage lief uns ein starker Ebbestrom von 3 bis 4 Kn 
Geschwindigkeit entgegen; doch waren wir mit dem herrschenden südlichen 
Winde im Stande, denselben todt zu segeln und selbst noch etwas Fort 
schritt zu machen. Bei der Spitze Sia. Ana kam ein Lootse längsseits. Der 
selbe war nicht wenig erschreckt, als er hörte, dafs wir von Singapore, einem 
Choleraplatze, kämen, machte schleunigst auf der Treppe Kehrt und ging wieder 
in sein Boot, um das Schiff von diesem aus nach einem Ankerplatz unter Gm* 
maras zu dirigiren. Hier sollte nach seiner Angabe 27 m (15 Fad.) Wasser 
stehen, in Wirklichkeit war aber, wie sich später herausstellte, eine Tiefe von 
38 m (21 Fad.) vorhanden. 
Am folgenden Tage, den 7. September, war das Wetter stürmisch, mit 
schweren Regenböen aus SW und SSW, so dafs ich befürchtete, die Visite 
würde nicht an Bord kommen, weil dieses kaum in einem Boote ausführbar 
war. Es geschah dennoch; denn mein Ablader war so freundlich gewesen, den 
Herren seinen Schleppdampfer zur Verfügung zu stellen. Nach den üblichen 
Fragen und der Durchsicht meiner Papiere erhielt ich einen Mann als Quarantäne- 
wache an Bord und die Ordre, vorläufig liegen zu bleiben. Unser Aufenthalt 
auf diesem Ankerplatz dehnte sich bis zum 11. September aus. Das Wetter 
war während der ganzen Zeit so schlecht, dafs wir eigentlich wenig dadurch 
verloren haben; sehwere Böen aus SW mit Regen folgten rasch auf einander. 
Die Strömung war unregelmäfsig, die Fluth dauerte gewöhnlich, bei einer Ge 
schwindigkeit von 4 Kn, von 9 Uhr Vormittags bis Mitternacht; während der 
andern Hälfte des Etmals lief die Ebbe mit einer etwas geringeren Stärke._ Die 
täglichen Barometerschwankungen waren selten ganz aufgehoben, den niedrigsten 
Atm, d. Hy di. etc-, 1SS9, Heft VI«, 4
	        
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