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Full text: North Sea Summer Survey 2017

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auf 18-—20 Pfund vorgeschritten. Nicht nur die Construction und der Betrieb 
der Luftpumpen bereitet diese Schwierigkeiten, sondern auch das Instrument 
selbst. Was den ersteren Punkt betrifft, so ist bekannt, dass es nicht leicht ist, 
Luftpumpen einfacher und dauerhafter Construction herzustellen, welche hohen 
Druck liefern; erst in den letzten Jahren ist dies gelungen, doch dürften selbst 
noch jetzt Spannungen von 3 bis 4 Atmosphären oder darüber nicht leicht 
betriebsmässig zu erzielen sein. Neben den Luftpumpen haben sich die 
calorischen Maschinen nur langsam entwickelt. Bis heute sind dieselben in 
Deutschland nur zu höchstens 2 Pferdestärken zu erhalten, also durch Kuppelung 
bis vielleicht 4 Pferdestärken, und wenn auch diese Kraft für den Hornbetrieb 
ausreichend ist, so boten die Maschinen selbst doch häufig und leicht Repara- 
turen, die an sich unbedeutend, doch an einsamen, von jeder Hilfe entfernten 
Orten leicht zu Betriebsstörungen führen können und mindestens complette 
Reservemaschinen erfordern. In Amerika sollen jetzt calorische Maschinen bis 
6 Pferdekraft hergestellt werden, die auch im Betrieb sicherer sein sollen. An 
manchen Orten, so 1875 bei den ersten Signalen in Frankreich, hat man es 
aber vorgezogen, die Luftpumpen durch Dampfmaschinen zu treiben. 
Das Horn selbst bietet Schwierigkeiten anderer Art. Ee ist zunächst 
erforderlich, dass das Schallrohr, welches von Kupfer ist, im Ton mit der 
Zunge des Mundstücks zusammenklingt, harmonirt. Die Zunge muss also danach 
regulirt werden, Diesem Reguliren, sowie ihrer Herstellung schreiben aber die 
Abmessungen der Zunge gewisse Grenzen zu. Andererseits muss die Stärke 
des Luftdruckes mit der Grösse und Stärke der Zunge im Verhältniss stehen 
and dieser ist, wie bereits erwähnt, auch beschränkt. Die Hörner von 11 bis 
12 Fuss Länge und gegen 2 Fuss Oeffnung des Schallrohres haben bereits 
Zungen von 8 bis 11 Zoll langen, 2 bis 3 Zoll breiten und Yı bis %%s Zoll 
starken Stahlplatten. In Amerika fand man für eine 24 Zoll breite, 8 Zoll im 
vibrirenden Theil lange und !/4 bis °/s Zoll starke Zunge bei 23 bis 30 Pfd. 
Druck den besten Ton. Dünnere Zungen geben schon bei 5 bis 10 Pfd. Töne. 
Eine Zunge, 8'/4 Zoll lang im vibrirenden Theil, 3 Zoll breit und %4 bis 1 Zoll 
stark, fing erst bei 80 Pfd. Druck an zu tönen, und gab dann einen dumpfen 
Ton. Diese Stahlzungen lassen sich nur schwer reguliren. Ist die Zunge 
ferner in ihrer Federkraft zu schwach gegenüber dem Druck der anblasenden 
Luft, so setzt sie sich fest, der Ton hört auf. Endlich sind die Zungen aber 
auch öfterem Brechen unterworfen. Tritt ein solches ein, so ist das Einsetzen 
der neuen Zunge und das Reguliren des Tones den Wärtern überlassen, aber 
nur in den seltensten Fällen von diesen richtig auszuführen. 
Aus dem Vorstehenden ergiebt sich, dass das Horn (in Verbindung mit 
calorischer oder Dampfmaschine) durch seine Eigenart gewissen Grenzen unter- 
worfen ist, die seine Construction und Tonstärke beschränken, und dass ebenso 
der Betrieb wohl geregelt sein muss. Ks hat aber den Vortheil der Billigkeit 
in Anschaffung und Betrieb vor den übrigen Apparaten voraus, und ist mehrfach 
in Amerika in 2 Grössen (erste und zweite Klasse) in Anwendung. Auch 
England hatte zunächst zu diesem Daboll-Horn gegriffen, doch waren 1873 dort 
nur 7 Stück an der gesammten Küste des vereinigten Königreiches in Thätig- 
keit. Ihre Wirkung war wenig befriedigend, und erst in neuerer Zeit sind die 
obigen Verbesserungen eingeführt. In Frankreich sollen seit 1875 drei Hörner 
in Thätigkeit sein, von denen das eine mit Dampf angeblasen wird. Berichte 
über dieselben liegen nicht vor. Die Luftpumpen sollen von Dampfmaschinen 
von 3 Pfdkr. (?) getrieben werden. 
Figur 1 auf Tafel I („Ueber Nebelsignale“) zeigt ein Daboll-Holmes- 
sches Horn, wie es bei den schon erwähnten Versuchen zu South- Foreland 
gebraucht wurde. Es ist vertical mit oben horizontal umgebogenem Schallrohr. 
Der Zweck dieser Einrichtung ist, das Horn leicht Arehen zu können und damit 
den stärksten Ton, nach Bedürfniss wechselnd, nach verschiedenen Richtungen 
abzugeben. Das Horn selbst ist auf einem hinreichend grossen Luftreservoir 
befestigt, in welchem die Luftpumpen arbeiten, und aus dem die Luft dem Horn 
durch ein von der Maschine regelmässig bewegtes Ventil oder durch einen 
selbstthätigen automatischen Apparat in regelmässigen Zeitintervallen zuströmt 
und es anhblägt.
	        
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